Besuch der Polizeiakademien in Amsterdam und Eindhoven

Ich habe im September 2016 angefangen bei der Polizei zu studieren und bin der IPA unmittelbar nach Studienstart beigetreten. Ich hatte den Wunsch, dass ich Dinge, mit denen ich mich privat gerne beschäftige, zukünftig auch mit meinem Beruf verknüpfen kann. Zu diesen Dingen gehören das Reisen und vor allem der Austausch mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen, sowie jegliche Themen mit internationalem Bezug. Bei Events, welche durch die IPA Verbindungsstelle Münster organisiert wurden, wie zum Beispiel ein Cocktailkurs, lernte ich die niederländischen Kollegen Bert und Sergej kennen. Die IPA Sektion Niederlande hat mich mit Unterstützung der Verbindungsstelle Münster und dem Referat Junge Mitglieder der IPA Deutsche Sektion eingeladen, um gemeinsam an den Polizeiakademien in Amsterdam und Eindhoven die IPA zu vertreten und ins Gespräch mit den dortigen Polizeistudenten zu treten. Vom 11.03.-14.02.2019 reiste ich somit nach Amsterdam.

Am ersten Abend bekam ich die Gelegenheit mir die Polizeistation von Sergej, direkt am Hafen von Amsterdam, anzuschauen. Die Beamten dort sind sowohl mit Booten, als auch mit Autos unterwegs. Mir wurde der niederländische Streifenwagen gezeigt, welcher eine umfangreiche technische Ausstattung und Abfragemöglichkeiten bot.  Die kleineren Schnellboote der niederländischen Polizei beeindruckten mich ebenfalls. Mir wurde erklärt, dass diese häufig zum Einsatz kämen, um (vor allem alkoholisierte) Personen aus dem Wasser zu retten oder zu bergen.

Den Dienstag verbrachten Bert und ich an der Polizeiakademie Amsterdam und einem weiteren Trainingsgelände der Akademie. In der Schule wurden mir sämtliche Räume gezeigt, darunter ein extra Bereich für das Assessment Center, Sporträume, Schießstätten und Gebäude für Rollenspiele. Mir hat das moderne Gebäude und die Kombination aus einem Ort zum Lernen und Lehren, sowie zum Trainieren und gemeinsam Zeit zu verbringen, sehr gut gefallen. An den Akademien wird in Uniform gelernt und trainiert, somit fiel ich mit der deutschen Uniform, die ich trug und die sich auch farblich unterscheidet, auf. An unserem IPA-Stand haben sich viele Gespräche mit anderen Studierenden ergeben, sodass wir uns über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Ausbildung austauschen konnten.

Am Nachmittag konnte ich beim Trainingsgelände einen Kursteil begleiten. An diesem Tag standen einige Prüfungen aus den Bereichen Sport, Einsatz-/ und Stocktraining, sowie Schießen auf dem Programm. Diese Chance war definitiv einmalig. Ich wurde von allen sehr offen und freundlich empfangen. Von Anfang an wurde sich gegenseitig angefeuert. Der Sporttest glich dem Parcours, den wir im Studium absolvieren müssen. Das Einsatztraining unterschied sich zwar nicht in der Zielrichtung, der Weg dahin war jedoch häufig unterschiedlich, sodass ich einen Teil der Techniken bis dahin nicht gekannt habe. Beim Schießen durfte ich das niederländische Pendant zu unserer Lüth schießen, was ebenfalls eine spannende Erfahrung war. Am Ende des Tages hatten alle ihre Prüfungen bestanden. Neben einem interessanten Austausch und einer Menge Spaß auf beiden Seiten konnte die IPA Sektion Niederlande sich über einige neue Mitglieder freuen.

Den Mittwoch verbrachten Sergej und ich an der Akademie in Eindhoven, welche noch ein wenig größer war, was die Studentenzahlen anging. Auch hier verbrachten wir interessante Stunden im Gespräch mit Dozenten, Studenten und niederländischen Kollegen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen. Am Nachmittag wurde mir die Stadt Amsterdam noch ein wenig näher gebracht. Da Sergej nicht zum ersten Mal als Stadtführer unterwegs war, bekam ich interessante Einblicke und einiges an Insider-Wissen. Auch aus polizeilicher Sicht konnte mir einiges erklärt werden, interessant waren die Geschichten des Rotlichtviertels als krimineller Brennpunkt.

Zum Abendessen hatten die niederländischen Kollegen jedes Mal einen Geheimtipp parat, sodass die Eindrücke und Erlebnisse einen entspannten Ausklang finden konnten. Die Tage in den Niederlanden waren geprägt von gastfreundlichen, offenen Menschen und großartigen, lehrreichen neuen Erfahrungen.

Redaktion: H.L. (IPA Vbst. Münster e.V.)

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