Auf der Presse: Polizisten pflegen internationalen Austausch

Kreis Gütersloh (lw) – Wie arbeiten die Bobbys in England? Und was ist in Frankreich der Unterschied zwischen der Police nationale und der Gendarmerie? Die Gepflogenheiten und Arbeitsweisen anderer Gesetzeshüter beschäftigten seit 40 Jahren auch Polizisten im Kreis Gütersloh.

Seitdem wird der internationale Austausch gepflegt. „Servo per amikeco“ – Dienen durch Freundschaft: Das ist das Motto der International Police Association (IPA). Weltweit haben sich etwa 360 000 Polizisten in 65 Ländern im Sinn der Völkerfreundschaft zusammengeschlossen. Im Kreis Gütersloh sind es inzwischen als 244 Mitglieder – sowohl Ordnungshüter im aktiven Dienst als auch solche im Ruhestand.

Verständigung auf Englisch – und mit Händen und Füßen

Seit einem Jahr ist die IPA im Kreis auch ein eingetragener Verein. Begonnen hat alles vor 40 Jahren. Gütersloh hatte mit Châteauroux in Frankreich eine Städtepartnerschaft beschlossen. „Dann kam man auch auf die Polizei zu“, weiß Oberkommissar Alexander Hüske, der bei der jüngsten Mitgliederversammlung als Leiter der Gütersloher Verbindungsstelle wiedergewählt wurde. 24 Beamte fanden sich, um der IPA im Kreis Gütersloh eine Anlaufstelle zu geben. Bis dahin waren sie der Verbindungsstelle in Bielefeld zugeordnet.

„Seitdem ist die Mitgliederzahl stetig gewachsen“, sagt Hüske. „Es ist ein Band der Freundschaft“, fasst er die Idee zusammen. Seit 1980 ist Karl Josef Sander bei der IPA. Auch wenn er mittlerweile im Ruhestand ist: Bei der Verbindungsstelle ist er immer noch aktiv. Mehrfach war er zum Austausch in Frankreich. Dann kommen die Polizisten bei Gastfamilien unter.

„Wir sind immer bei derselben Gastfamilie. Wir haben deren Kinder quasi groß werden sehen“, berichtet Sander. Ob er Französisch sprechen kann? „Nein“, sagt er mit einem Lächeln. Die Völkerverständigung hat trotzdem geklappt: auf Englisch sowie mit Händen und Füßen. „Das macht es aus“, sagt er.

Austausch mit Frankreich wird gepflegt

Der Austausch mit Frankreich wird nach wie vor gepflegt. Wenn Beamte aus Châteauroux nach Gütersloh gekommen sind, steht im Jahr darauf steht der Gegenbesuch an. Dann werden Ausflüge unternommen, Sehenswürdigkeiten besichtigt und Feste gefeiert. Und dabei wird klar: Wirklich unterscheiden tun sich die Arbeitsabläufe im internationalen Vergleich nicht. Lediglich dass es eine Polizei (Gendarmerie) für den ländlichen Bereich und eine (Police nationale) für die Städte gibt.

Ordnungshüter tauschen Polizeimützen

Während die Fußballer nach einem Spiel Trikots tauschen, sind es bei den Ordnungshütern Polizeimützen. Im Foyer der Kreispolizeibehörde findet sich in einer Vitrine mittlerweile eine stattliche Sammlung, die von vielen internationalen Begegnungen zeugt.

Ausweis öffnet in Notlage auch mal Türen

Aber nicht nur die Reisen in ferne und nahe Länder stehen für die IPA-Mitglieder auf dem Programm. Alle bekommen einen Ausweis, der international gültig ist. „Wenn man im Ausland in eine Notlage gerät, kann der schon einmal Türen öffnen“, sagt Alexander Hüske.

Auch haben Polizeianwärter durch die IPA die Möglichkeit, während ihres Studiums ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Außerdem stehen regelmäßige Treffen auf dem Programm. „Das Schöne ist, dass Dienstgrade dabei nicht wichtig sind“, sagt der Leiter der Verbindungsstelle. Dann komme es auch mal vor, dass man den Chef duze.

Zum 40-jährigen Bestehen haben die Mitglieder einiges vor. Außer Ausflügen sind Feiern geplant, zum Beispiel Ende September ein großes Fest in Rietberg. Ein Ende der Vereinigung ist für Hüske nicht in Sicht. Internationale Völkerverständigung sei schließlich heute mindestens genauso wichtig wie vor 40 Jahren.

#ipa #ipadeutschland #BeOneOfUs

Quelle: Die Glocke.de

Foto: Setzen sich für den internationalen Austausch unter Polizisten ein: Karl Josef Sander (links) und Alexander Hüske. Von ihren Reisen haben Beamte Polizeimützen mitgebracht und im Gegenzug Exemplare aus Gütersloh dort gelassen. Bild: Walkusch