16 Esslinger IPA-Biker beim internationalen Motorradtreffen in Villa Santina

Seit dem Jahr 2012 hatten Esslinger IPA-Biker am internationalen Motorradtreffen der IPA Udine teilgenommen, welches stets an einem Wochenende im Juni im Vereinsheim der Gebirgsjäger von Villa Santina ausgetragen wird.
Und wie immer wurde dieses Motorradtreffen mit dem sehr familiären Charakter vom dortigen IPA-Präsidenten Gianfranco Canci und seinem Team sehr gut organisiert.
Und da dieses Jahr für die Städte Udine und Esslingen etwas Besonde-res darstellt – beide feiern 2019 das 60-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft – rührte ich verstärkt die Werbetrommel für diesen Event unserer friaulischen IPA-Freunde. Und siehe da, der Erfolg stellte sich ein. Der von mir gehegte Wunsch nach einer zweistelligen Teilnehmerzahl wurde Wirklichkeit und so konnte ich meinem fratello friulano, meinem Friauler Bruder Gianfranco 16 teilnehmende Esslinger für Villa Santina mitteilen.
Bei den 16 Teilnehmern handelte es sich um Tanja Fetzer, Susi Weishap, Monika Wudy, Karin Schweinbenz, Anja Herda, Claus Fetzer, Chris Schwenk, Markus Adam, Erich Lindenmaier, Uwe Weishap, Lothar Schweinbenz, Karl-Michael Wiedemann, Jürgen von Jan, Gerd Deffner, Rainer Fahrion und meine Wenigkeit.
Schließlich möchte ich aber noch erwähnen, dass sich ursprünglich 21 Personen gemeldet hatten, wobei einige kurz vor der Abfahrt leider er-krankten und somit nicht an der Ausfahrt teilnehmen konnten.
Dann war es endlich soweit.
Der Großteil der Esslinger Biker traf sich, wie auch schon im vergangenen Jahr, auf der Raststätte Gruibingen. Diese wurden dann von unserem „alten“ Tourguide Claus über Oberjoch, das Tannheimer Tal, Hanten-joch nach Bschlabs geführt, wo wir auch, wie im vergangenen Jahr, un-sere erste Rast vollzogen hatten.
Nach dieser ersten Rast trennte sich unsere Gruppe und ich fuhr nun mit Karin, Lothar und Vonny zum Timmelsjoch, welches ich jetzt zum vierten Mal mit meiner Bayrischen besteigen durfte.
Nach der Fahrt über das Timmelsjoch ging es über den Jaufenpass, wo wir vier auf Passhöhe von einem heftigen Regenschauer gepaart mit starkem Seitenwind und Hagelkörnern überrascht wurden.
Schließlich gelangten wir „a bissle nass gworda“ nach San Sigismondo, wo wir unser Nachtquartier in einer Pension für die morgige Weiterfahrt nach Villa Santina bezogen hatten. Hier waren auch die anderen Biker der „Gruibinger Gruppe“ bereits eingetroffen.
Gut gestärkt ging es dann am nächsten Morgen in das etwa 130 km ent-fernte Villa Santina, wo wir von Gianfranco einmal mehr auf das Herz-lichste begrüßt worden sind.
Mittlerweile trafen auch die anderen Teilnehmer aus dem süddeutschen Raum und die der übrigen Nationen im Vereinsheim der Alpinisti ein, wie etwa unser IPA-Freund Karel Holý aus Praha mit weiteren fünf böhmischen Bikern. Die Wiedersehensfreude war natürlich riesengroß.
Nach dem schon üblichen „Stockbettbezug“ konnten wir wie jedes Jahr das vorzügliche Abendessen, welches von den Alpinisti und deren Angehörigen zubereitet wurde, genießen. Was folgte waren kurzweilige Ge-spräche unter alten und neuen IPA-Freunden, die natürlich weit über das Übliche „wie geht es dir?“ hinausgingen. Und so wurde bei den etwa 45 angereisten Teilnehmern aus 6 Nationen trotz Sprachbarrieren bestmöglich kommuniziert; außerdem weiß man sich in unserem Beruf ja immer zu helfen. Und ansonsten gilt: VHS machte es möglich!

Am nächsten Morgen stand die traditionelle Samstagsausfahrt mit einer Streckenlänge von etwa 100 km auf dem Programm. Und so gesellten sich zu den bereits vorhandenen Teilnehmern einige IPA-Freunde aus der friauler Region hinzu, ebenso wie die zwei Kradfahrer der Stadtpolizei von Udine, welche alle Jahre wieder glücklicherweise den Kopf dieser Gruppe bei diesen kurven Landstraßen bildeten.
Schließlich ging es los.
Ein letzter Blick zum Himmel vor der Abfahrt verriet jedoch nicht Gutes und so wurden wir Biker noch vor ihrem ersten Boxenstopp, der etwa 30 km entfernten Schinken- und Wurstfabrik Wolf in Sauris, vom Regen nicht verschont.
Nach der Besichtigung der Fa. Wolf setzten wir unsere Ausfahrt fort. Der Regen war nun bis ins 35 km entfernte Forni di Sopra unser stetiger Begleiter. Allerdings wurden wir im dortigen Ristorante Nuoitas mit einem tollen, mehrgängigen Mittagessen bestens entschädigt. Krönender Abschluss dieses kulinarischen Feuerwerkes war eine IPA-Torte, von der natürlich jedermann ein Stück haben wollte und letztendlich auch genießen durfte.
Nach der dreistündigen Mittagspause – die Bekleidung fühlte sich bei den meisten wieder trocken an – kehrten die Biker, nachdem der Wettergott mit der IPA ein Einsehen hatte, regenfrei nach Villa Santina zurück.
Nach dem Abendessen erfolgte wie jedes Jahr in fröhlicher Runde der Austausch von Gastgeschenken. Im Namen unserer Verbindungsstelle konnte ich Gianfranco Canci u. a. eine Softshelljacke mit dem von ihm gewünschten Namenszug überreichen. Im Gegenzug übergab er mir Gastgeschenke der IPA Udine und überreichte mir eine persönliche Dankurkunde für außergewöhnliches IPA-Engagement, ausgestellt vom Präsidenten der Italienischen Sektion Diego Trolese, über die ich mich natürlich sehr gefreut habe.

Nach dem Austausch von Gastgeschenken wurde das gesellige Beisammensein unter IPA-Freunden fortgeführt. Alte Freundschaften wur-den gefestigt und neue wurden geschlossen: Ebenso wurde ein Wieder-sehen im nächsten Jahr an gleicher Stelle vereinbart, ehe schließlich das Nachtquartier in einem der Schlafsäle dieses Vereinsheimes bezogen wurde.
Am nächsten Morgen hieß es wieder Abschied nehmen. Wir bedankten uns bei Gianfranco und seinem Team für dieses tolle, einmal mehr sehr familiär geprägte Motorradtreffen seiner Verbindungsstelle, welche ein-fach nur „fantastico“ war.
Während ich nun mit meiner Bayrischen direkt die Heimreise angetreten hatte, nutzen andere IPA-Biker noch die Gelegenheit Land und Leute o-der gar andere Länder kennenzulernen, wie etwa die drei Esslinger, wel-che den Weg in Richtung Kroatien eingeschlagen hatten. Schließlich ka-men alle 16 Esslinger wieder gesund und munter im Ländle an.
Caro fratello friulano, il raduno a Villa Santina dell’anno 2019 è stato fan-tastico. Ancora una volta grazie mille. Il tuo fratello svevo.

Mittlerweile hat die Attestato di Gratitudine ihren Platz in Oberesslingen eingenommen.

Noch eine Anmerkung meinerseits: seit 2010 besteht zwischen der AFPoL bzw. IPA Udine unter der Leitung von Gianfranco Canci und der IPA-Verbindungsstelle Esslingen eine besondere freundschaftliche Beziehung, zumal die beiden Städte seit dem Jahr 1959 auch partnerschaftlich eng verbunden sind.
In diesen 9 Jahren fanden mehrfach gegenseitige Besuche, wie etwa des Esslinger Weihnachtsmarktes, des Motorradtreffens in Villa Santina so-wie des Polizeitreffens während des Friuli Doc, des Stadtfestes von Udi-ne, statt. Diese freundschaftlichen Bande werden nun im nächsten Frühjahr durch die Pflanzung eines Freundschaftsbaumes in Udine noch enger geknüpft. Nähere Informationen hierüber erfolgen rechtzeitig.

Zwei Wochen nach dem Treffen erfuhren wir Biker einmal mehr, wie Freud und Leid eng beieinander liegen können. Bei diesem Treffen hatte auch der polnische IPA-Freund Krzystof Skoworan teilgenommen, der den schwäbischen Udine-Besuchern bestens bekannt ist.
Aus Polen erreichte uns dann die schlimme Nachricht, dass Krzystof bei einem Motorradunfall in seiner Heimat ums Leben gekommen ist; er wur-de nur 45 Jahre alt.
Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen; wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Text und Bilder: Helmut Wurster