Gemeinsame Gambia-Reise der IPA Erding und Bergstraße

IPA-Freundschaften verbinden…
Die noch frische und zarte Freundschaft zwischen der Verbindungsstelle Bergstraße und Erding konnte durch eine gemeinsame 14-tägige Afrika-Reise intensiviert werden.
2 IPA-Mitglieder der Bergstrasse (Christel Shelton + Andrea Hainer) haben das Angebot angenommen und sich der von der Verbindungsstelle Erding geplanten Afrika Reise angeschlossen. So sind 18 IPA-Mitglieder und -Freunde gemeinsam von München in das touristisch noch nicht so bekannte Gambia gestartet.
Vor Ort gab es eine gesunde Mischung zwischen Ausflügen und Erholung im All- Inclusiv-Hotel direkt am Strand von Kotu/Serekunda. Es blieb aber auch genug Zeit, für individuelle Unternehmungen oder in der Sonne relaxen.

Wir haben bei einer Busrundfahrt Banjul und Serekunda entdeckt, einen traditionellen Markt besucht sowie bei der Bearbeitung der Batik afrikanischer Stoffe zugeschaut. Anschließend besuchten wir das heilige Krokodilbecken von Kachikally, wo etwa 70 Krokodile leben und sich frei bewegen. Dieser Ort ist eine Kultstätte und einst ein heiliger Ort, an dem noch heute Gläubige Wasser aus dem kleinen See entnehmen und sich damit übergießen, das soll die Fruchtbarkeit bei den Frauen verstärken.Trotz intensiver Empfehlung unseres Reiseleiters wollte sich keine unserer Damen mit dem brackigen Krokodil Wasser übergießen.

Ein weiterer Ausflug brachte uns die Geschichte von Kunta Kinthe näher, der als Sklave nach Amerika verschifft wurde. (Buch/Film: Roots von Alex Haley). Per Boot schipperten wir auf dem Gambia-River ca. 40 km nach Jufureh, wo wir ein Museum besuchten. Dieser Ort war ursprünglich ein Handelsstützpunkt und Sklavenzentrum. Hier fand auch unser erster Kontakt mit der regionalen Polizei statt, wir wurden am Steg erwartet und die Gambianischen Kollegen begleiteten uns bei dem Rundgang durch Kunta Kinthes Dorf und luden uns zur Besichtigung ihrer Dienststelle ein. Spätestens hier wurde uns allen bewusst, wie arm das Land Gambia ist, vor dem stark renovierungsbedürftigen Haus stand ein Bett und im sehr kleinen Büroraum ein Tresen mit einem Uralt-Computer der uns sehr an das Modell C64 erinnerte. Ein Sergeant verdient im Monat ca. 80.- €. Der ehemalige Vbst. Leiter von Bamberg Werner Hölzlein übergab den beiden Kollegen einige Effekten der Bayr. Polizei und verschiedene IPA Geschenke, dann begleiteten die beiden uns (einer ist bei der Sondereinheit Cobra) wieder zur Anlegestelle. Von dort aus ging es weiter nach Kunta-Kinteh-Island, wo damals das Elend der Sklaven begann bzw. endete. Heute zählt die kleine Insel zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Noch ein Ausflug per Boot bescherte uns einen gemütlichen Tag auf dem Gambia-River mit “Angel-Event” im fischreichsten Fluß der Welt (so ein Mittagessen muss man sich verdienen…;-) und Besuch der Lamin-Lodge, wo die Austern, die an den Mangroven entlang des Flusses wachsen, gesammelt und zur Weiterverarbeitung für Wandfarbe oder Baumaterial gelagert werden.

Durch persönliche Kontakte war es auch möglich die “Police Academy Yundum” zu besuchen, wo die gambischen Polizei-Einsatztrainer momentan von einer hessischen Kollegin und einem saarländischen Kollegen fortgebildet werden. Die beiden sind unterwegs im Rahmen des German International Police Training des Auswärtigen Amtes. Für Gambia hat die Baden – Württembergische Polizei die Projektverantwortung, von der sich auch der Projektleiter dort befindet und versucht, die Akademie zu renovieren und auf einen vertretbaren Stand zu bringen. “Train the trainer”. Eindrucksvoll wurden uns Festnahme- und Verteidigungstechniken gezeigt. Wir konnten uns aber auch davon überzeugen, dass trotz des anstrengenden Trainings auf dem staubigen Platz der Academy in der Sonne bei knapp 40 Grad Celsius der Spaß nicht zu kurz kommt. Unsere mitgebrachten Geschenke (IPA-Mitbringsel und Finanzierung der Getränke für die Abschlussveranstaltung nach Beendigung des Trainings …) fanden dankbare Abnehmer.

Unser Ausflug in den Senegal zum Fatalah-Wildreservat haben nicht alle Teilnehmer mitgemacht, genauso wie eine Kajak-Fahrt bei Sonnenaufgang auf dem Gambia -River. Die Anreise in den Senegal war ziemlich anstrengend, lang, hat ein ausdauerndes Sitzvermögen im Bus bzw. Jeep gefordert und hat sich, für meine Begriffe, nur für die gelohnt, die noch nie ein paar freilaufende Zebras, Giraffen, verschiedene Gazellenarten, Warzenschweine und 1 Rhinozeros gesehen haben, während die Kajak-Tour, zumindest für die 6, die sich im 2-er Kajak selbst über den Fluss bewegt haben (die anderen zogen es vor, sich in einem großen Boot fahren zu lassen) ein Ausgleich an Bewegung war. Aber Spaß hatten alle gemeinsam.

Da ein fremdes Land am besten kennen zu lernen ist, wenn man Kontakt zu Einheimischen herstellt, haben wir uns mit Fischern angefreundet, die neben unserem Hotel ihre Boote an Land zogen. Sogleich wurden wir zum landestypischen Essen, zu Benachin eingeladen, was direkt am Strand zubereitet wurde und konnten uns von dem köstlichen Geschmack dieses Reisgerichtes mit frischem Fisch überzeugen. So entstand auch die Idee, ein gemeinsames “Kochevent” mit den Fischern und unserer Reisegruppe am Strand zu organisieren, was ein Teil der Gruppe dankend annahm.
Gesagt, getan, das Einkaufen haben wir den Einheimischen überlassen, das Schnippeln, Zubereiten und Essen haben dann alle zusammen erledigt. Es wurde ein unvergesslicher lustiger Abend am Strand, der nach Sonnenuntergang beim Lagerfeuer weiter ging. So geht Völkerverständigung 🙂

Ich hoffe, dass alle anderen diese Reise in so guter Erinnerung behalten wie ich und würde mir wünschen, dass es eine Fortsetzung gibt…. Die Freundschaft zwischen der IPA Bergstraße und Erding ist jedenfalls gesichert!

Text und Fotos: Andrea Hainer, IPA-Bergstraße mit Rainer Walter, IPA-Erding