International Police Association – Deutschland

Alex in America

Hallo liebe IPA-Freundinnen und IPA-Freunde,

heute ein kurzer Bericht von einem gelungenen Auslandstreffen.

Kurz nach Weihnachten war Alexander (PD-DD) auf Familienbesuch in Florida unterwegs. Einen Tag wollte er doch mal das polizeiliche Leben in Tampa Bay oder im Umfeld kennenlernen und so bat er uns Kontakt mit den Kollegen vor Ort aufzunehmen. Auch bei kurzfristigeren Anfragen tun wir natürlich alles dafür, dass ein fachlicher Austausch zustande kommt. Jim Rexroad, der für die IPA Region 19 in Florida aktiv ist, antwortete uns sehr zeitnah und organisierte ein Tagesprogramm für Alexander. Die IPA Dresden bedankt sich auch an dieser Stelle nochmals für Jim’s schnelle Antwort und dass das Treffen zudem noch zwischen Weihnachten und Neujahr möglich gemacht werden konnte.

Alexanders Eindrücke könnt Ihr hier nun nachlesen:

Wir haben das Department in St. Petersburg angeschaut, sie ist von der Größe wie unsere Polizeidirektion (Dresden), nur moderner und auf amerikanische Art und Weise besser ausgestattet. Man hat z.B. für die ganze Kriminalistik und Auswertung von Beweisen wie z.B. DNA und Daktys das Fachpersonal und die entsprechende Technik vor Ort. Die Ergebnisse sind zwischen 24 und 48 Stunden auf dem Tisch, ohne jeglichen Versand oder Kurierdiensten.  Man hat dort viele Konferenzräume jeglicher Art. Der Raum, indem ich auf dem Foto zu sehen bin, ist es z.B. nur für die Öffentlichkeit und die Pressevertreter da. Es gibt aber auch spezielle Räume (Koordinationscenter) für Naturkatastrophen / Gefahrenlagen, wo mindestens ein Verantwortlicher von anderen Behörden/Hilfsorganisationen anwesend sein muss.  Allgemein haben sie für jeden Anlass einen speziellen Raum, selbst die Schichtübernahme ist hoch angesehen und ist dementsprechend mit sehr großem Bildschirmen ausgestattet. Das Lagezentrum ist riesig und verfügt ebenfalls über sehr große Bildschirme. Aufgrund von vergangenen School Shootings haben sie dort Videoüberwachungen von den schulischen Einrichtungen direkt vor Ort. Was witzig war, dass Leute in dem FLZ eher im Dunkeln sitzen. Der Raum ist nicht so hell und lichtdurchflutet wie bei uns. Das sah für mich eher nach einer großen Gaming/Zockerrunde aus 😊.

Generell stehen überall Wasserspender und viele Snackautomaten wie im Kino.  Täglich ist ein Waffenwart zugange, der Gewehre herausgibt, zeitgleich ist es auch eine Waffenkammer, analog zu unserem wo man die defekten FEM abgeben kann.

Die Einsatzfahrzeuge sind gut motorisiert, dazu verfügt jedes Auto im inneren immer ein personalisiertes Laptop auf einer speziellen Halterung, sodass der Fahrer das auch während der Fahrt bedienen kann. Da sie meistens Kollegen alleine fahren, gibt es im Auto ein Plexiglas, das die Vorder- und Hintersitze trennt. Die Rücksitzbank ist komplett aus Plastik und unbequem!

Noch einige Punkte zu der persönlichen Ausrüstung der Polizeibeamten. Sie führen insgesamt drei Magazine mit. Das erste Magazin, welches im Magazinschacht eingesteckt ist, hat einen Bluetooth Sensor, der im Falle des Schusswaffengebrauchs, also beim Herausziehen der Pistole die Bodycam Aufzeichnung auslöst! Ähnlich verhält es sich auch mit dem Taser. Die Kameras sind auch von dem Hersteller Axon, jedoch ein anderes Modell. Die Einsatzfahrzeuge sind nach vorn und hinten mit den Dashcams ausgestattet. Die Kameras zeichnen automatisch auch die Geschwindigkeitsverstöße auf. Als Beispiel sind 70 mph erlaubt und bei 79 mph zeichnet die Kamera automatisch auf. Es erleichtert die Beweislage und fordert den Beamten auf zu handeln. Analog wie bei uns, werden die Videos automatisiert auf der Ladestation gesichert.

Das Gewehr ist mittig hinter der Mittelkonsole in einem robusten Waffenfach mit einem Schließmechanismus gesichert. Auch hier tragen manche Kollegen gar keine Weste, manch andere SK1 oder es gibt auch Kollegen, die ihren Dienst mit kurzen SK4 Westen verrichten.

Viele Polizisten tragen auch privat eine Pistole, selbst der Jim hatte immer eine dabei.

Nach der Führung durch das Department sind wir gemeinsam zum Essen gefahren.

Es ging in das OCC Road House, eine sehenswerte Lokalität, bei der ich dort am Eingang als deutscher Polizist vorgestellt und mir gleich ein Tacker in die Hand gedrückt wurde. Als ich diese riesige Wand mit tausenden Patches von der Polizei und Feuerwehr aus aller Welt sah, verstand ich erstmal warum ich unseren Sachsen Polizei Patch mitnehmen sollte. In der Gaststätte stehen viele Custom Harley Motorräder, manche bekannt aus der DMAX Sendung. Einige Motorräder sind als Denkmäler bestimmter Ereignisse gewidmet, wie zum Beispiel für das World Trade Center, den Vietnam-Krieg, NASA und Army etc. Generell wurde ich bei allen Begegnungen gleich als deutscher Polizist vorgestellt. Das war für mich eher ungewöhnlich. Für die Amerikaner ist das ganz normal, es gilt als patriotisch und die polizeiliche Arbeit wird sehr wertgeschätzt.  

Jim ist ein großer Football Fan und schenkte mir ein Shirt seiner Lieblingsmannschaft aus der Nachbarstadt Tampa. Er wusste nicht wirklich, dass auch in Deutschland Football gespielt wird und das wir in Dresden eine erfolgreiche Mannschaft mit den Monarchs haben. Ich versprach ihm ein MNRX Shirt zu schicken.

Zum Schluss hat Jim mir angeboten einen in der Nähe befindlichen Waffenladen anzuschauen. Der Laden ist so groß wie eine unserer Netto Filialen. So viele Waffen haben ich noch nie gesehen. In dem Laden hat man dann auch gleich einen kleinen Schießstand um die Waffen auszuprobieren. Macht ja Sinn 😝.