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Hospitation mit der IPA in Wales

Alte Burgen, zerklüftete Küsten oder malerische Landschaften – das verbinden einige mit Wales. Ein kleines Team der IPA Villingen-Schwenningen und des 18. Masterstudiengangs verbindet mit Wales darüber hinaus seit einer Hospitation Ende Oktober 2023 neue Freundschaften mit den walisischen Kolleginnen und Kollegen sowie spannende Erfahrungen und faszinierende Eindrücke.

Es war inspirierend zu sehen, was in der polizeilichen Praxis digital und technisch bereits möglich ist und wie sich innovative Tools bei der Polizei in Wales im Alltag bewähren. Besonders das dortige benutzerfreundliche PoliPhone mit spezifischen Apps, die Gesichtserkennung oder Bodycams mit Livestreaming ins Revier oder Einsatzzentrum stachen hierbei hervor.

Fasziniert haben die vielen Möglichkeiten der PoliPhone, die durch App-Entwickler, welche die walisische Polizei beschäftigt, in begeisternder Weise ständig erweitert werden. So hat in Wales jede Polizeibeamtin und jeder Polizeibeamte bereits seit 2010 sein persönliches PoliPhone, dessen Funktionalität seither weiter optimiert wurde. Zum Beispiel anhand von übersichtlichen Apps zur Datenabfrage, Verwaltung von Personen im Gewahrsam (inkl. DropDown-Auswahl und Erinnerungen per Push-Up-Nachrichten) oder zur mobilen Sachbearbeitung mit intelligentem Offline-Modus sowie effektiven Schnittstellen zu Behörden, Versicherungen und anderen Institutionen. Dazu gibt es Wlan sogar im Streifenwagen.

Besonders vielversprechend stellten sich die Möglichkeiten der automatischen Gesichtserkennung dar. Etwa im Rahmen der Live-Überwachung von Großveranstaltungen, implementiert in die Bodycams oder den CCTV-Einheiten um bei Straftaten aus vorhandenem Bild-/Videomaterial Ermittlungsansätze zu generieren. Die Gesichtserkennung kann aber auch helfen, wenn Personen keine Ausweispapiere bei sich haben und aufgrund von Trunkenheit oder Ableben in der Artikulation ihrer Identität eingeschränkt sind.

Bezüglich der zur Verfügung stehenden Daten für die Einsatz- und Ermittlungsführung schöpfen die walisischen Kolleginnen und Kollegen also aus dem Vollen. Aufgrund relativ restriktiver Handhabung von datenschutzrechtlichen Bestimmungen hierzulande bleiben deutsche Polizeibehörden derzeit (noch) hinter diesen Verwendungsmöglichkeiten zurück.

Spannend war neben den zahlreichen Vorträgen und praktischen Vorstellungen zu den Themen Aus- und Fortbildung, Digitalisierung, Einsatzmanagement oder Spezialeinheiten auch das Begleiten der Kolleginnen und Kollegen im Rahmen der täglichen Arbeit bei der Autobahnpolizei, im Streifendienst oder sogar im Fußballstadion.

Mit der Polizei in Wales wurden signifikante Gemeinsamkeiten beim Berufsverständnis und den aktuellen Herausforderungen festgestellt – so muss man beispielsweise auch dort den Wissens- und Erfahrungstransfer im Rahmen eines andauernden Generationenwechsel gewährleisten sowie die Stärkung der organisationalen und gesellschaftlichen Resilienz berücksichtigen.

Insgesamt war die Programmgestaltung der Hospitation in Wales absolut umfassend, fachlich sehr interessant und auf der sozialen Ebene von eindrücklicher Kollegialität geprägt. Es blieb erfreulicherweise auch Zeit, um nach einer Besteigung des Berges Pen Y Fan oder der Begehung der 3-Cliffs-Bay einen ausschweifenden Blick auf die wunderschöne Landschaft von Wales zu werfen – teilweise sogar bei bestem Wetter. Denn Wales kann mehr als nur Wind und Regen.

Die Reisegruppe kehrt dankbar zurück – dankbar für die großartigen Erfahrungen und die Gastfreundschaft der walisischen Kolleginnen und Kollegen. Aber auch dankbar, dass die Hochschule den Kontakt herstellte, der Förderverein der Hochschule einen Wimpel sponsorte und die International Police Association (IPA) in Villingen-Schwenningen sowie BW die mitgereisten Mitglieder finanziell unterstützte.

(Bild + Text: Alexander F. Kufner)