International Police Association – Deutschland

Vier Ride-Alongs und unzählige Eindrücke – Eine Reise, die begeistert

Nach langer Überlegung habe ich mich im Dezember 2025 dazu entschlossen, mir einen lang gehegten Traum zu erfüllen und in die USA zu reisen. Ganz oben auf meiner Liste der Bundesstaat Texas. Nach vielem Hin- und Herüberlegen stand dann irgendwann die Route von Dallas über Oklahoma City, Amarillo, Albuquerque, Page, Hurricane, Las Vegas, San Diego nach Los Angeles fest.

 In der Hoffnung, an einem oder zwei Orten IPA-Freunde zu treffen, füllte ich das Kontaktformular für jede der größeren Städte aus. Am Ende meldeten sich dann neben den zuständigen Koordinatoren in den USA IPA-Freunde aus 5 Regionen und 4 IPA-Freunde hatten in meinem Urlaubszeitraum tatsächlich Zeit für ein persönliches Treffen.

Am 27.02.2026 landete ich am Flughafen DFW und startete in das große Abenteuer. Am 28.02.2026 traf ich mich dann mit Scott Voight von der IPA in Texas und nach einem kleinen Kennenlernen fuhren wir dann gemeinsam in die Stockyards nach Fort Worth. In den Stockyards ist dann das Wildwest- und Cowboy-Feeling absolut spürbar. Zum Abschluss des Tages besuchten wir dann das Luftfahrtmuseum Fort Worth und hier zeigte sich schnell, dass die freiwilligen Dozenten nicht nur eine unglaubliche Liebe zur Luftfahrt, sondern auch noch absolutes Fachwissen aus tausenden von Flugstunden mitbringen.

Am Folgetag besuchte ich dann das AT&T Stadium, das Heimspielstadion der Dallas Cowboys, das zu diesem Zeitpunkt für die Fußball-WM vorbereitet wurde, und besuchte im Anschluss das National Medal of Honor Museum.

Am 02.03.2026 konnte ich dann auf mein erstes Ride-Along gehen. Scott hatte gemeinsam mit Sergeant Sullivan für mich einen Tag auf seiner ehemaligen Dienststelle, dem Trophy Club Police Department, organisiert und ich durfte den Tag mit Officer Calderone in seinem Streifenwagen verbringen. Nach einer Führung durchs Revier fuhren wir dann auf Streife und ich konnte mehrere Verkehrskontrollen miterleben. Zum Mittagessen stoppten wir dann bei Hutchins Barbecue. Ein gemeinsames Foto mit den Kollegen zum Abschluss durfte nicht fehlen. Im Verlaufe des Tages zeigte sich aufgrund der Proaktivität und Professionalität schnell, warum Trophy Club eine der sichersten Städte in ganz Texas ist. Der erste Austausch über die Unterschiede zwischen der Polizeiarbeit in den USA und Deutschland war ebenfalls eine unglaublich wertvolle Erfahrung.

Am 04.03. besuchte ich dann gemeinsam mit Scott die George-Bush-Presidential-Library und das Sixth-Floor-Museum, das sich mit dem Attentat auf John F. Kennedy beschäftigt. Der Einblick in die weltbewegenden Ereignisse in der Amtszeit von Präsident Bush wie die Terroranschläge vom 11. September, den folgenden Krieg gegen den Terror und den Hurrikan Katrina, insbesondere aus der Sicht des Präsidenten, war zugleich informativ und bewegend.

Nach 6 Tagen machte ich mich mit dem Mietwagen auf den Weg nach Oklahoma. Die Zeit in Texas war wie im Flug vergangen und ein toller Einstieg in die Reise. Die Gastfreundschaft war einfach fabelhaft.

Nach ein paar Tagen in Oklahoma City und Amarillo machte ich mich auf den Weg nach New Mexico. Für die Zeit in New Mexico hatte ich eigentlich ein Hotel in Albuquerque gebucht.  Michael Soden von der IPA New Mexico teilte mir dann bei unserem ersten Kontakt mit, dass das von mir gebuchte Hotel eine der schlechtesten Adressen der Stadt sei, und bot mir stattdessen das Gästezimmer in seinem Haus an. Nach einem kurzen Kennenlernen machten wir uns dann auf den Weg zur Sandia-Peak-Tramway und ich bekam eine erste Führung durch das Sandoval-County-Sheriffs-Office (SCSO). Auch Michael hatte ein tolles Programm für mich organisiert und ich konnte einen weiteren Tag auf Streife verbringen, diesmal mit Deputy Lee vom SCSO. Der Revierbereich, fast viermal so groß wie das Saarland, umfasst verschiedene Orte und diverse eigenständige Pueblos. Die Pueblos als eigenständige Siedlungen der indigenen Stämme haben dabei oft eine eigene Polizei. Die speziellen Unterschiede zu verstehen, war für mich als deutschen Polizeibeamten, der nur die Unterscheidung in Landes- und Bundespolizei kennt, eine spezielle Herausforderung. Meinen zweiten Tag durfte ich dann mit Deputy Phillips verbringen. Gemeinsam fuhren wir zur New Mexico Law Enforcement Academy nach Santa Fe. An dieser Akademie finden sowohl die Ausbildung der New Mexico State Police als auch die Ausbildung für die lokalen Police- und Sheriff-Departments statt. Vor Ort trafen wir dann auf den Kollegen Grimmendonk, einen deutschen Auswanderer, der seit vielen Jahren an der Akademie als Ausbilder tätig war. Bei einer Führung durch die Akademie zeigten sich deutliche Unterschiede zur Polizeiausbildung in Deutschland. Insbesondere das Thema Disziplin hat in Amerika einen anderen Stellenwert. Dies zeigt sich zum Beispiel bei regelmäßigen Zimmer- und Ausrüstungskontrollen. Bei einem Trainingsszenario. Und im Taktiktraining an einem Simulator konnte ich dann zeigen, dass mein eigener Ausbildungsstand aus der BFE durchaus vorzeigbar ist. Als Highlight durfte ich dann noch als Beifahrer in einem Streifenwagen beim EVOC, dem Emergency Vehicle Operation Course, einem speziellen Fahrtraining für Einsatzfahrten, mitfahren. Der Tag an der Akademie war eine weitere tolle Erfahrung und Deputy Phillips, die Deutsch in der Schule gelernt hatte, konnte der teilweise auf Deutsch geführten Fachsimpelei zwischen mir und Grim zum Glück folgen. Zum Abschluss besichtigten wir dann noch die Old Town von Santa Fe. Eigentlich wollte ich am nächsten Morgen direkt über die alte Route 66 in Richtung Grand Canyon starten. Nach meinem Tag in der Akademie organisierte Micheal für mich dann aber spontan noch eine Einweisung in die Less-Lethal-Waffe FN 303 und ein weiteres Training in einem Simulator des SCSO. Mein eigentlicher Plan war, meine Zeit in New Mexico in Albuquerque zu verbringen. Rückblickend bin ich aber unglaublich froh und dankbar für den Input, die Erlebnisse und die Gastfreundschaft.

Die nächsten Tage verbrachte ich dann als klassischer Tourist am Grand Canyon, im Zion-Nationalpark und in Las Vegas.

Am 20.03. traf ich mich dann mit dem IPA-Freund Rick Ellington in San Diego. Die Planung hatte sich vorab leider etwas schwierig gestaltet, da keine meiner E-Mails Rick erreichte. Glücklicherweise konnten wir nach SMS-Kontakt sehr kurzfristig ein Treffen vereinbaren und nach einer Rundfahrt durch San Diego konnte Rick für mich sogar trotz der Kurzfristigkeit einen Ride-Along mit dem El Cajon Police Department und einen Besuch der USS Midway organisieren. Bei der Fahrt mit Officer Mohammed zeigten sich dann wieder neue Unterschiede in der Polizeiarbeit und ich konnte meine erste Einsatzfahrt in den USA erleben. Vor meiner Abfahrt aus San Diego durfte ich mich dann noch ins IPA-Gästebuch der Familie Ellington eintragen.

Mein letzter Stopp der Reise war dann Los Angeles. In L.A. traf ich mich dann mit dem IPA-Freund John Prins, der mir eine Führung durch das Torrance Police Department gab Dabei stellte ich fest, dass viele Bereiche wie auch Torrance keine Stadtteile von Los Angeles, sondern eigene Städte mit eigenen Police Departments sind. Im Rahmen der Führung besuchten wir auch den Schießstand des Departments und ich durfte spontan meine Schießfertigkeiten mit verschiedenen Waffen, unter anderem auch einer Thompson-Maschinenpistole, unter Beweis stellen. Für den Nachmittag konnte John dann eine Führung beim Aero Bureau des Los Angeles County Sheriff’s Department organisieren. Für mich als Luftfahrtfan ein absolutes Highlight und sehr spannend zu erfahren, wie die Kollegen einen Revierbereich fast so groß wie Schleswig-Holstein aus der Luft bestreifen.

Für den 27.03. hatte John ein weiteres Ride-Along für mich organisiert, diesmal mit Officer Golden vom Culver City Police Department. Auch in Culver City durfte ich spontan auf die Schießbahn gehen und Officer Golden zeigte mir seine Ausrüstung als Mitglied des SWAT-Teams. Auch bei diesem Ride-Along zeigten sich wieder Unterschiede zwischen der heimischen und der dortigen Polizeiarbeit, aber auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Departments.

Nach meiner Reiseplanung und Buchung habe ich ein IPA-Reiseformular für alle größeren Städte ausgefüllt, in der Hoffnung, Kontakte an ein oder zwei Orten zu bekommen und auf einen Ride-Along zu gehen. Meine Erwartungen wurden mit den vier örtlichen IPA-Freunden und vier Ride-Alongs absolut übertroffen. Viele IPA-Freunde erzählten mir, dass die IPA in Amerika „noch“ relativ klein ist und dass sich die Gewinnung von neuen Mitgliedern sehr schwierig gestaltet. Umso mehr freut es mich, wie einfach und professionell die gesamte Planung verlief und wie offen und herzlich ich von allen Kollegen empfangen wurde. Die Erfahrungen, die ich machen durfte, wären ohne die IPA-Freunde und ihr Engagement nicht möglich gewesen.

Unser Motto „Servo per amikeco“ wird von den Mitgliedern definitiv gelebt und ich würde mich freuen, den ein oder anderen IPA-Freund bei einem Gegenbesuch in Schleswig-Holstein begrüßen zu dürfen.

Vielen Dank, liebe IPA-Freunde.