International Police Association – Deutschland

2 Mitglieder der IPA Rosenheim beim IPA Seminar Menschenhandel im IBZ Schloß Gimborn

Es war das erste Mal für die Angehörigen der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, Niklas W.  und Philip O., dass sie sich ins beschauliche Gimborn bei Köln begaben, um an einem deutsch-polnischen Seminar zum Thema „Menschenhandel“ im Informations- und Bildungszentrum (IBZ) der IPA teilzunehmen. Lest hier den umfangreichen Erfahrungsbericht:

„Wir interessierten uns für das Thema Menschenhandel, da es Bezüge zu unserer täglichen Arbeit an der Grenze haben könnte, aber auch, weil es einfach interessant klang und wir einfach mal über den Tellerrand schauen wollten. Wie sich herausstellte, war das Seminar ausgebucht und wir wurden auf die Warteliste gesetzt. Als die Zusage kam, beantragten wir kurzerhand Sonderurlaub, denn die Anerkennungsbescheinigung nach der SUrlV Bund wurde mit der Buchungsbestätigung übersandt. Dank der Unterstützung unserer Kollegen aus der Dienstgruppe, konnten wir die Teilnahme mit dem Dienstplan vereinbaren.

Am Vortag der Seminarwoche wurden wir vom IBZ-Shuttle am Kölner Hbf abgeholt und zu dem sehr imposanten Schloss inmitten der Natur gefahren, das sich im bergigen Umland Kölns befindet. Nach dem Bezug der Zimmer trafen sich die angereisten Teilnehmer zum Kennenlernen in der Turmbar des Schlosses, der tägliche Treffpunkt nach dem Abendessen im eigenen Restaurant. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück nahmen alle Teilnehmer im Seminarraum Platz. Die Teilnehmer waren bunt gemischt, darunter Kollegen von Bundes- und Landespolizeien, Pensionäre und Partner sowie einige Teilnehmer von Zollfahndung und Steuerfahndung aus Deutschland und Polen. Die unterschiedlichen Erfahrungen der Kollegen hat viele Einblicke gegeben in die Arbeitsweise der Behörden und Staaten. Die Sprachbarriere wurde übrigens von zwei Dolmetschern in einer Dolmetscherkabine überwunden, die mittels spezieller Funkkopfhörer alles simultan übersetzten.

In dem fünftägigen Seminarprogramm wurden mittels hochwertiger Referenten wie Oberstaatsanwälten, Kriminologen, Direktoren sowie Angehöriger gemeinsamer Ermittlungsgruppen und NGOs alle polizeilich relevanten Aspekte des Phänomens beleuchtet, Schwierigkeiten der Strafverfolgung erläutert, Indikatoren zur Erkennung vermittelt sowie Möglichkeiten der Unterstützung Betroffener aufgezeigt. Ein Highlight der Woche war der Besuch des PP Bonn mit Vorstellung einiger aktueller und jüngerer Verfahren aus dem Bereich mit anschließender Einkehr in einer Gastwirtschaft. Die Logistik hatte hierfür eigens einen Reisebus organisiert. Wer wollte, konnte nach Rückkehr ins Schloss noch den neu eröffneten Fitnessbereich mit Sauna nutzen und im Schlosspark wurde gemeinsam „Wikingerschach“ gespielt. Die polnischen Kollegen überraschten die Deutschen mit einem polnischen Abend mit einigen kulinarischen Spezialitäten aus Polen, von denen man auch am Folgetag noch etwas hatte.

Rückblickend war das Seminar eine wirklich gelungene Veranstaltung, was auch das Feedback am Abreisetag bestätigte. Wir haben viele gute Kontakte geknüpft und auch für unseren Dienst etwas mitgenommen. Niklas konnte bereits kurz nach Ende des Seminars sein Fachwissen im Dienst anwenden, als in einem Reisebus an der Grenze zu Österreich eine Minderjährige aufgegriffen wurde, die im Verdacht stand, Opfer von Ausbeutung geworden zu sein.

Wir haben aber auch erkannt, dass wir bei der Einreise der Opfer von Menschenhandel Schwierigkeiten beim präventiven Opferschutz haben.

Das 5-tägige Seminar kostete übrigens 369 EUR für IPA-Mitglieder (sonst 499 EUR). Die IPA Deutschland (Bildungsgutschein 12 Euro pro Tag = 60 Euro), die IPA Bayern (50 Euro Zuschuss) und die IPA Rosenheim (40 Euro Zuschuss) unterstützen ein Seminar pro Jahr mit insgesamt 150 EUR, sodass der Eigenbehalt für das Seminar inkl. Übernachtung und VOLLPENSION bei 219 EUR liegt. Das lohnt sich!“

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