Unter der Seminarleitung von Jürgen Mathies, Staatssekretär a.D. des Ministeriums des Innern in NRW und dem Polizeipräsidenten Thomas Kubera vom Polizeipräsidium Hamm, wurden vier sehr interessante Tage im IBZ Schloss Gimborn auf die Beine gestellt.
Im Fokus des Seminars standen unter anderem die Frage des Kombattantenstatus für die Polizei, worüber Prof. Dr. Dr. Markus Thiel von der Deutschen Hochschule der Polizei Münster referierte. Sicherheitsbehördliche Perspektiven unter der Betrachtung hybrider Bedrohungen, die Rahmenrichtlinien der Gesamtverteidigung und der Operationsplan Deutschland wurden durchleuchtet. Dabei setzten sich namhafte Dozenten wie Dr. Konstantinos Tsetsos von der Universität der Bundeswehr München, Jürgen Kayser, Leiter der Abteilung Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen, oder Frau Oberstleutnant i.G. Tina Behnke von der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, konkret mit dem rechtlichen Handlungsrahmen bei der zivilen Verteidigung für die Polizei auseinander. Die insgesamt 40 Teilnehmer aus Polizei, Ordnungsbehörden und mit Themen der Sicherheit beauftragte Wirtschaftsvertreter konnten dabei weitgehende Einblicke in das Krisenmanagement der Bundesrepublik Deutschland gewinnen.
Seitens der Bundeswehr gab Oberst Thorsten Böer einen Einblick in die Aufgaben der Militärpolizei im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung und Oberstleutnant Achim Schneider stellte die Zivil-Militärische Zusammenarbeit am Beispiel des Landeskommandos in Nordrhein-Westphalen dar. Darüber hinaus wurde durch Volker Tondorf, Teamleiter beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, eindrucksvoll die Lagebilderstellung in Krisensituationen mit OSINT Daten dargestellt. Patrick Smolin, Referent beim Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes, beleuchtete die Zusammenarbeit von DRK und Bundeswehr im Falle einer Krise. Ergänzt wurde das straffe Programm durch einen Beitrag von Dr. Ing Ramian Alten, der als Gutachter für die Staatsanwaltschaft Koblenz im Fall der Flutkatastrophe Ahrtal 2021 auftrat und seine Erkenntnisse daraus eindrucksvoll in Wort und Bild darstellen konnte.
Den sechs Teilnehmern aus Italien wurden die Inhalte des Seminars erstmalig mittels einer KI-gestützten Plattform für Echtzeit-Übersetzung mit Untertitel aufbereitet und auf Italienisch zur Verfügung gestellt. Ob diese Methode auch zukünftig Anwendung findet, wird die Auswertung der Bewertungsbögen zeigen. Auch wenn das ein oder andere Wort nicht immer zu hundert Prozent richtig übersetzt wurde, gab es doch keinerlei Kommunikationsschwierigkeiten unter den Teilnehmern. Dies zeigte sich in den vielen Pausengesprächen und an den Abenden in der Turmbar, bzw. dem Schlossgarten des IBZ, wo reger Austausch stattfand. Spätestens an dem durch die „Squadra Italia“ organisierten serrata italiana, einem italienischen Abend mit „Pasta alla Pizzaiola“, der toskanischen Spezialität „Panzanella“, Parmesan und Bruschetta und vielen weiteren italienischen Köstlichkeiten, stellten die unterschiedlichen Sprachen keine Barriere mehr dar. Dazu beigetragen hatte natürlich auch die ein oder andere Flasche Wein, welche die italienischen Kollegen im Gepäck hatten 😉 – Grazie mille!!!
In der Feedbackrunde zum Abschluss gab es daher nur lobende Worte für das IBZ, die Seminarleitung und die eingesetzten Referenten. Es wurde zudem der Wunsch geäußert, das Seminar in naher Zukunft zu wiederholen. Dies zeigte, dass es sich um eine rundum gelungene Veranstaltung handelte, bei der alle Teilnehmer ihren Horizont deutlich erweitern konnten.





