Die IPA-Tour 2026 führt die IPA-Biker nach Istrien in Kroatien. Istrien ist die größte Halbinsel der Adria verbindet mediterranes Küstenflair mit einem bergigen, toskanisch anmutenden Hinterland, das wie gemacht ist für abwechslungsreiche Kurvenfressertage.
Tourbericht
Samstag, 19.09.2026
Am Nachmittag touren die IPA-Biker der Verbindungsstelle Rastatt/Baden-Baden über den Schwarzwald nach Görwihl-Rüßwihl im Hotzenwald. Mit dabei sind die Tourteilnehmer unserer
9-tägigen Kroatien-Reise. Im Gasthof-Pension Lamm sind Zimmer für die Übernachtung gebucht. Beim gemeinsamen Abendessen ist auch IPA-Freund Wolfram der IPA Waldshut-Tiengen dabei.
Sonntag, 20.09.2026 von Görwihl nach Plaus in Südtirol
Meine Frau Silvia (beste Sozia der Welt!) und ich starten am Sonntag um 06.30 Uhr von Heuweiler aus in den Hotzenwald. Gegen 08.00 Uhr rollen wir auf den Parkplatz des Gasthauses Lamm.
Nach dem gemeinsamen Frühstück werde ich vom Vorstand und den IPA-Bikern der IPA Rastatt/Baden-Baden vollkommen überrumpelt und für meine 20-jährige Tätigkeit als IPA-Tourguide geehrt. Im Vorfeld hatte ich angekündigt, dass die Kroatien-Istrien-Reise meine letzte Motorradtour als Organisator und Tourguide sein wird. Danach will ich die IPA-Touguide-Weste ausziehen und als „normaler“ Teilnehmer mitfahren. Glücklicherweise haben sich aus der IPA Biker Gruppe schon Nachfolger gefunden. Nach einer emotionalen Ehrung und einem überwältigenden Dankeschön der IPA-Freunde brummen um 10.00 Uhr die Motoren von 6 Motorrädern die nach Kroatien starten, während die anderen IPA-Biker sich verabschieden und den Heimweg antreten.
Vom Lamm in Rüßwihl aus rollen die Motorräder durch das Albtal Richtung Rhein bis zum Zollsteg bei Albbruck. Der Übergang über den schmalen Zollsteg ist ideal um mit dem Motorrad entspannt über den Rhein in die Schweiz zu kommen. Über Kantons- und Landstraßen touren wir mautfrei durch die Schweiz. Hoch über dem Walensee ist im Cafe Seeblick an der Kerenzerbergstraße bei Filzbach eine Pause angesagt. Bei schönstem Wetter und herrlichem Blick auf den Walensee können sich die 9 Tourteilnehmer stärken, bevor die Tour weitergeht.
Dann nehmen wir das Vorprogramm der Alpenpässe:
Der Wolfgangpass verbindet das Prättigau mit Davos. Er rollt sich flüssig und gut ausgebaut – ein schöner Auftakt, bevor es höher hinausgeht. Weiter geht es über den Fluelapass. Der Klassiker schlechthin ab Davos. Oben auf der Passhöhe am Hospiz weht ein rauer Wind. Die Rampe hinunter ins Unterengadin bietet fantastisch zu fahrende Kurven und Kehren. Weiter geht es das Engadin hinauf Richtung Zernez und von dort direkt in den Schweizer Nationalpark über den Ofenpass. Die Strecke ist landschaftlich äußerst abwechslungsreich, gut asphaltiert und lässt sich im perfekten Rhythmus fahren, während es durch das Val Müstair der italienischen Grenze entgegengeht. Durchs Vinschgau kommen wir nur langsam voran, was der Apfelernte bzw. den Traktoren geschuldet ist.
In Plaus angekommen, bietet uns das Wohlfühlhotel „Mei Auszeit“ den idealen Rahmen für unsere Zwischenübernachtung auf dem Weg nach Kroatien. Es verfügt über große Zimmer mit Balkon und Wellnessbereich. Für die Motorräder steht ein geschützter Parkplatz zur Verfügung. Bei einem Empfang auf der Hotelterrasse werden wir mit einem Amuse-Gueule (Gruß aus der Küche) und einem hausgemachten fruchtigen Aperitif verwöhnt, bevor uns das 4-Gänge Gala-Menü serviert wird.
Montag, 21.09.2026 von Plaus nach Umag in Kroatien
Mit einem reichhaltigen Frühstück das keine Wünsche offen lässt, können wir uns auf den zweiten Anreisetag und den zweiten großen Tourabschnitt vorbereiten. Gegen 09.30 Uhr sind die Motorräder gepackt und die Gruppe wieder startklar. In gewohnter Reihenfolge rollen die Motorräder vom Hof unseres Wohlfühlhotels „Mei Auszeit“.
Bereits nach wenigen hundert Metern setzten wir die Blinker und biegen auf die erste Tankstelle ein. In Italien ist das Benzin günstiger als in Deutschland. Also Tank voll machen und weiter.
Auf der SS38 geht es zügig in Richtung Meran und weiter nach Bozen. Hier heißt es höllisch aufpassen um die Gruppe zusammen zu halten und die richtige Abfahrt nicht zu verpassen. Von der SS38 wechseln wir auf die SS12, um nach wenigen Kilometern auf die SS241 nach rechts ins Eggental abzubiegen. Zügig schieben wir uns bergwärts. Vorbei an Welschnofen wird es nach und nach immer kurven- und kehrenreicher. Auf dem Karerpass öffnet sich der Blick auf die einzigartigen Berge und Gipfel Südtirols. Hier halten wir einige Minuten an, um bei herrlichem Sonnenschein den sensationellen Blick auf die Dolomiten zu genießen.
Bald kurven wir weiter über den San-Pellegrino-Pass der einige spektakuläre und anspruchsvolle Abschnitte zu bieten hat. Auf der weiteren Fahrt kommen wir an Agordo und Belluno vorbei. Majestätisch überragt uns die Autobahn A27 die Richtung Venedig führt.
Wir bevorzugen die verschlungene Strada Stradale 51 di Alemagna direkt unter der Autobahn.
Hier haben wir freie Fahrt, denn kaum ein anderes Fahrzeug ist auf der SS51 unterwegs.
Um schneller voran zu kommen wechseln wir bei Sacile auf die mautfreie Autobahn 28 in Richtung Adria. Ab Portogruaro fahren wir auf der SS14 Richtung Triest. Langsam kommen wir unserem Ziel immer näher. Bei Sistiana biegen wir auf die mautfreie RA13 ein, die autobahnähnlich ausgebaut ist.
Dann steuern wir zielstrebig ein Stück durch Slowenien, an Koper und Piran vorbei Richtung Kroatien. Eine Baustelle beschert uns noch eine kleine Umleitung, die aber den Vorteil hat, dass sich uns ein herrlicher Blick aufs tiefblaue Meer bietet. Fast ohne es zu bemerken, haben wir die Grenze von Slowenien nach Kroatien überquert.
Am frühen Abend kommen wir wohlbehalten in Umag an. Unser Basis-Hotel Umag Plava Laguna liegt im Norden Istriens direkt am Meer in einer Lagune an der adriatischen Küste.
Die Unterkunft bietet einen herrlichen Strand, mehrere Pools, einen Wellnessbereich und sichere Stellplätze für unsere Motorräder. Nach dem Einchecken beziehen wir unsere schönen Zimmer mit großem Balkon und herrlichem Parkblick, sogar direkt auf unsere Motorräder.
Schnell sind die Motorradkoffer ausgepackt und die Schränke eingeräumt. Dann endlich unter
die Dusche und frisch machen. Eine Stunde später treffen wir uns in der Hotelbar auf ein kühles erfrischendes Getränk.
Bei dem anschließenden Spaziergang erkunden wir die großzügige Hotelanlage mit parkähnlichem Baumbestand sowie die schöne Uferpromenade und den gepflegten Strand.
Gegen 19.00 Uhr treibt uns der Hunger ins Hotel-Restaurant. Die reichhaltigen Buffets lassen keine Wünsche offen. Der Restaurantchef lässt in einem ruhigeren Nebenraum eine eigene Tischreihe für uns richten. Der Tisch bleibt die ganze Woche für uns reserviert.
Nach dem Essen lassen wir den Abend in der Hotel-Lounge entspannt ausklingen.
Dienstag 22.09.2026
Eine Motorradtour durch das Herz Istriens: Kurven, Kultur und Panoramen
Diese abwechslungsreiche Tagestour führt uns von der Küste in das magische, hügelige Hinterland Istriens. Hier finden wir charmante Künstlerdörfer, einsame Straßen, anspruchsvolle Kehren und fantastische Ausblicke, die uns oft an die Toskana erinnern.
Routenverlauf & Stationen
- Start in Umag: Wir starten an der Küste und rollen entspannt auf der Landesstraße in Richtung Landesinnere. Der Verkehr lichtet sich schnell.
Erste Station ist - Grožnjan (Grisignana): Das bekannte Dorf thront auf einem Hügel. Die knapp über 160 Einwohner zählende Kleinstadt ist ein Paradies für Künstler, Kunstinteressierte und Musiker. Ab Mai beginnt das bunte Treiben in der kleinen Stadt, die man auch gerne als Künstlerstadt bezeichnet. Weit über 30 Galerien und Ateliers von Malern und Bildhauern gibt es in Grožnjan zu besichtigen. Neben den Vernissagen veranstaltet die Kleinstadt auch zahlreiche Musikevents. Die Anfahrt bietet herrliche Kurvenkombinationen.
Ein kurzer oder längerer Stopp lohnt sich für die Galerien und das historische Ambiente.
Weiter geht die Fahrt nach - Motovun: Das Highlight auf einem steilen Kegelberg zwischen Weinbergen und Olivenhainen. Die Auffahrt hat wunderschöne Kehren und fordert das Motorradfahrer-Herz. Oben wartet ein Panoramablick, der bei klarem Wetter bis zur Küste reicht.
Das auf einem Hügel thronende Städtchen Motovun ist ein Pflichtstopp für jeden Biker.
Der Blick von oben über das Tal ist fantastisch.
Unser nächstes Ziel ist - Oprtalj (Portole): Über gut ausgebaute Straßen geht es bergauf. Oprtalj belohnt uns mit engen Gassen, mittelalterlichem Flair und atemberaubenden Blicken über das Mirnatal.
Die Umgebung ist vor allem für ihren Trüffelreichtum bekannt.
Das milde Klima lässt ebenso Wein, Oliven und Obst bestens reifen.
Danach folgt - Šterna (Sterna): Ein kleiner, verschlafener Ort, der perfekt für eine ruhige Fahrt abseits
des Massentourismus ist. Die Straßen hier sind schmal, kurvig und ideal zum Cruisen. - Rückfahrt nach Umag: Über Buje rollt es flott zurück zu unserem Basishotel.
Highlights entlang der Strecke
- Fahrspass & Kurven: Die Streckenabschnitte rund um Oprtalj, Motovun und Grožnjan bieten flüssige Kurven, knackige Kehren, kräftige Steigungen, steile Gefälle und wenig Verkehr im Vergleich zu den Küstenstraßen. Es lohnt sich immer mal wieder von den Hauptstrecken auf kleine und unberührte Straßen abzubiegen.
- Kunst & Kultur: Grožnjan gilt als Stadt der Künstler mit zahlreichen Ateliers, Skulpturen und Galerien. Motovun besticht durch seine venezianische Stadtmauer und die Filmfestival-Tradition.
- Kulinarische Tipps: Das Mirnatal ist weltberühmt für Trüffel.
Außerdem gibt es an vielen Orten hochwertiges Olivenöl.
Tipp für Biker: Achte in den schattigen waldigen Passagen (besonders jetzt im Herbst)
auf feuchte Stellen oder Rollsplitt in den Kurven, genieße ansonsten aber den meist guten Asphalt der Straßen.
Mittwoch 23.09.2026
Heute hat unser Motorradfreund Jochen Geburtstag. Beim Frühstück singen wir ihm ein Geburtstagsständchen und überreichen ihm eine Glückwunschkarte mit Erinnerungspräsent.
Zum Feiern bleibt aber nicht viel Zeit. Wir sind ja schließlich zum Motorrad fahren hier.
Eine Motorradtour entlang der westistrischen Küste ist ein absolutes Muss!
Unser Start- und Endpunkt im Hotel Umag Plava Laguna liegt im Norden Istriens: Die Route führt uns an wunderschöne Küstenorte wie Novigrad, Poreč, Vrsar und Rovinj bis hinunter nach Pula.
Wir wählen die Küstenstraße D75 und kleinere Nebenstraßen Richtung Süden, so bieten sich immer wieder tolle Ausblicke auf die Adria und durch malerische Olivenhaine und Pinienwälder.
Routenverlauf und Stationen:
Novigrad
Ein charmantes, historisches Fischerstädtchen mit einer schönen Altstadt auf einer kleinen Halbinsel.
Poreč
Bekannt für das UNESCO-Weltkulturerbe, die Euphrasius-Basilika, und das römische Stadtlayout. Die Straßen im Zentrum sind autofrei, aber rundherum gibt es tolle Eisdielen und Cafés. Motorradstellplätze sind vorhanden. Die Anfahrt über die Küstenstraße bietet kurvige Abschnitte.
Limski Kanal. Die Straße schlängelt sich hinab in die geschützte, fjordähnliche Bucht.
Unten laden Restaurants zu frischem Fisch und Meeresfrüchten ein.
Der ca. 11 km lange Limski Kanal verläuft zwischen der malerischen Küstenstadt Rovinj und der nördlich liegenden Urlaubsdestination Vrsar. Aufgrund des hohen Sauerstoffgehalts findet man entlang des Kanals viele Austern- und Muschelzüchter. Der Limski zaljev, wie der kroatische Name lautet, wird oftmals als Limski Fjord, durch seine Ähnlichkeit mit nordischen Fjorden, bezeichnet.
Das gesamte Lim-Tal, das nach Osten in Richtung Pazin verläuft, hat eine Länge von etwa 35 km.
Rovinj
Für viele das fotogenste Städtchen Istriens, mit venezianischer Architektur und bunten Gassen, die sich um den Kirchenhügel schlängeln. Tipp für Motorradfahrer: Parkmöglichkeiten für Motorräder finden sich gut beschildert kurz vor der Fußgängerzone am Rand der Altstadt. Perfekt für ein gemeinsames Mittagessen oder eine ausgiebige Pause mit einem fruchtigen Eisbecher.
Pula
Die größte Stadt Istriens, berühmt für ihr beeindruckendes Römisches Amphitheater (die Arena), das zu den am besten erhaltenen der Welt gehört. Ein absolutes Muss für Geschichts- und Fotofans. Die Zufahrt nach Pula kann etwas dichter sein, aber der Anblick der Arena entschädigt für alles. Kostenlose Motorradparkplätze sind vorhanden, liegen aber meist etwas versteckt in Nebenstraßen oder Gassen. Wir finden gebührenfreie Parkplätze für unsere Motorräder unweit des Amphitheaters. Auch kulinarisch hat Pula einiges zu bieten.
In Pula teilen wir die Gruppe. Während ein Teil unserer Gruppe noch den südlichen Zipfel der Halbinsel Istrien ansteuert, um die bekannte „Safari-Bar“ am südlichsten Punkt des Kap Kamenjaks zu besuchen, fährt der zweite Teil der Gruppe kurvenreich über das istrische Hinterland zurück zum Basishotel nach Umag. Nach dem Abendessen lädt uns Jochen zu einem Geburtstagsumtrunk ein.
Tipps für Motorradgruppen in Istrien
Streckenwahl: Neben der Küstenstraße lohnt sich für den Rückweg ins Hotel auch ein Abstecher ins istrische Inland. Die Straßen dort sind meist gut ausgebaut, kurvenreich, wenig befahren und bieten durch grüne Hügel („das toskanische Istrien“) echten Fahrspaß.
Aber auch die Safaribar am Kap Kemnjak ist empfehlenswert und immer noch ein Geheimtipp.Donnerstag, 24.09.2026 Ucka-Nationalpark
Heute fahren wir ins Ucka-Gebirge und besuchen das Ucka-Nationalpark-Zentrum.
In Umag steuern wir zunächst eine Tankstelle an, um für 1,74 Euro pro Liter voll zu tanken.
Das Benzin in Kroatien/Istrien ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern günstiger.
Gleich nach dem tanken kurven wir quer durch Istrien in Richtung Osten ins Ucka-Gebirge.
Nach und nach wird die alte Passstraße immer schmaler. Es geht steil berauf. Plötzlich überquert
eine kleine Schafherde die Straße. Wir halten an und lassen die Tiere ungestört queren.
Mit solchen Überraschungen muss immer wieder gerechnet werden.
Die Auffahrt über den Poklon-Pass schlängelt sich durch dichte Bergwälder mit zahlreichen
engen Haarnadelkurven und knackigen Steigungen.
Das Poklon Visitor Centre (Nationalpark-Besucherzentrum) liegt direkt auf der Passhöhe
(ca. 930 m ü.M.) und dient als perfekter Zwischenstopp für Biker. Das moderne Zentrum bietet neben interaktiven Ausstellungen zur Natur und Geschichte der Region auch ein Café, in dem wir eine Pause einlegen. Das Naturpark Zentrum wurde im Hinblick auf Nachhaltigkeit entworfen und fügt sich sehr gut in die natürliche Umgebung ein. Diese umweltfreundliche Einrichtung fördert auch den verantwortungsvollen Tourismus und den Naturschutz.
Dann kommt eine nicht geplante Herausforderung. Die Poljanska (oberhalb von Opatija in Kroatien) ist ein absolut anspruchsvoller Geheimtipp für Motorradfahrer, die eine steile, herausfordernde Strecke mit spektakulärem Panorama suchen. Die Straße windet sich von der Siedlung Poljane extrem steil hinab in den Küstenort Ičići und verbindet fahrbaren Nervenkitzel mit einer atemberaubenden Aussicht über die Kvarner-Bucht. Die Strecke überwindet auf kurzer Distanz rasch einige Hundert Höhenmeter, was sie zu einer knackigen Prüfung für Kupplung, Bremsen, Reifen und Linienwahl macht. Enge Kehren, teils sehr schmaler Straßenverlauf und steile Passagen verlangen auch versierten Motorradfahrern die volle Konzentration ab. Zwischen den Serpentinen und im oberen Bereich rund um Poljane öffnet sich der Blick immer wieder fantastisch auf die tiefblaue Adria, die Inseln Krk und Cres sowie die Kvarner Bucht.
Unten angekommen, wechseln wir auf die Küstenstraße D66 in der Kwarner Bucht.
Die Traumstraße ist auch als „Route 66 Istriens“ bekannt.
Der Streckenabschnitt zwischen Ičići und Brestova bietet Motorradfahrern spektakuläre Kulissen und puren Fahrspaß. Die Strecke genießt unter Bikern echten Kultstatus. Sie schlängelt sich kurvenreich an den Hängen entlang und belohnt mit Tiefblicken auf die Kvarner Bucht. Entlang der Strecke wechseln sich scharfe Kurven, dichte mediterrane Wälder und malerische Küstenorte ab.
Die Strecke ist landschaftlich traumhaft, verlangt aber durch teils recht enge Kurven, wechselnde Asphaltverhältnisse und Ausflugs- oder Fährverkehr eine aufmerksame Fahrweise.
Wir wundern uns aber, dass an diesem Tag überhaupt nichts los ist. Bis wir mitbekommen, dass auf dieser Strecke das internationale Radrennen „Cro Race 2026“ verläuft und nur wenige Minuten nachdem wir die Strecke passiert haben, die Straße für das Radrennen komplett gesperrt wird.
Kurz nach der Abfahrt zum Fährhafen Brestova biegen wir rechts ab nach Plomin. Von weitem ist ein riesiger Schornstein zu erkennen, das höchste Bauwerk in Kroatien. Der 340 m hohe Schornstein gehört zu dem 1970 in Betrieb genommenen Kraftwerk, das mit Steinkohle befeuert wird. Im Jahr 2000 wurde das Kraftwerk um einen weiteren Block erweitert. Am Block 2 ist das deutsche Unternehmen RWE beteiligt. Auf der D64 steuern wir dann zügig in Richtung Westen.
Vorbei an Pican und Pazin, Porec und Novigrad erreichen wir am Nachmittag unser Basishotel.
Bis zum Abendessen bleibt noch genug Zeit zum Sonnenbaden und Schwimmen. Dann geht es
unter die Dusche und in die Abendgarderobe. Im Hotelrestaurant werden wir am Abend wieder
mit kroatischer und internationaler Küche verwöhnt.
Freitag, 25.09.2026 Cres & Lovinj
Jetzt geht es auf die Insel.
Von Umag aus steuern wir an Motovun, Pazin und Krsan vorbei den Fährhafen von Brestova an.
Motorradfahrer haben den Vorteil, dass sie an der Autoschlange vorbei fahren und sich vorne einreihen dürfen. Damit kommen die Motorradfahrer meist als erste auf die Fähre.
Am Fährhafen angekommen heißt es zunächst Tickets lösen. Für ein Motorrad mit zwei Passagieren werden knapp 18,– Euro fällig. Nach ca. 30 Minuten Wartezeit legt das Schiff von Cres kommend im Hafen an und wir können auf die Fähre rollen. Die Autofähre der Reederei Jadrolinija verbindet das Festland bei Brestova direkt mit Porozina im Norden der Insel Cres. Die Überfahrt auf die Insel dauert nur ca. 20 Minuten. Bei herrlichem Sonnenschein und klarer Sicht genießen wir die Minikreuzfahrt an Deck der Fähre. Der Blick reicht bis nach Rijeka im Norden der Kwarner Bucht.
Nach der Ankunft in Porozina schlängelt sich die Hauptstraße über die Insel nach Süden. Es erwarten uns gut asphaltierte Straßen, wenig Ortschaften und eine wunderschöne mediterrane Naturlandschaft. In dem Örtchen Belej legen wir im schattigen Garten des Bistro „Leut“ eine Pause ein und stärken uns mit typisch kroatischer Küche. Cevapcici, Grillteller, zartes Spanferkel, Djuvec Reis, Salat und Pommes, alles sehr lecker. Auch palačinke mit Schokosauce ist zu empfehlen.
Wir fahren weiter nach Osor. Hier gibt es eine Besonderheit. Eine Drehbrücke. Die Drehbrücke bei Osor spielt eine wichtige Rolle, da sie die einzige feste Straßenverbindung zwischen den beiden Inseln Cres und Losinj darstellt. Die Drehbrücke öffnet 2 x am Tag um Booten und Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Osor selbst ist ein historischer, sehr malerischer Ort direkt an der schmalen Meeresenge. Die Küsten- und Verbindungsstraßen auf Cres und Lošinj (D100) sind landschaftlich absolut traumhaft, bieten exzellenten Asphalt und langgezogene Kurven.
Allerdings ist als Motorradfahrer vorsichtig geboten. Ständig muss mit starkem Seitenwind
und heftigen Windboen gerechnet werden.
Nach den ersten Kilometern auf Losinj müssen wir leider umkehren um wieder rechtzeitig im Fährhafen Porozina zu sein. Mit der Fähre geht es dann in 20 Minuten wieder zurück auf die Halbinsel Istrien. Von Brestova aus kurven wir ungestört an Plovin vorbei bis zum Abzweig Krsan. Hier biegen wir links auf die D64 ab, um die letzten 75 km bis zum Hotel zügig abzuspulen.
Pünktlich zum Abendessen erreichen wir unser Hotel Umag Plava Laguna.
Nach dem Essen verbringen wir den Abend in der Hotelbar bei Lifemusik und einigen Drinks.
Samstag, 26.09.2026
Für Samstag hat Dieter eine Überraschungsrunde im Norden Istriens ausgearbeitet. Heute sind nur die Männer unterwegs, während die Frauen in Umag shoppen gehen. Die Tour führt uns von Kastel aus nahe an der Grenze zu Slowenien entlang zunächst nach Osten, dann weiter Richtung Süden. In der Caffe bar CENTAR in Cerovlje legen wir eine Kaffee- und Pinkelpause ein.
Nächstes Ziel ist der Stausee Jezero Butoniga. Vom Aussichtspunkt Ukotici haben wir einen herrlichen Blick auf den See, bevor wir den steilen, teils mit heftigen Schlaglöchern gespickten Waldweg hinunter zur D44 zirkeln.
Meist über kleine Schleichwege, teilweise auch unbefestigt, schlängeln wir uns durch unberührte Natur, was mit den schweren Maschinen zeitweise kein leichtes Unterfangen darstellt.
Insbesondere ein steil abfallender grob geschotterter Serpentinenweg im nirgendwo verlangt höchste Konzentration. Nach vielen Kurven, Kehren und pittoresken Bergdörfern, drehen wir wieder Richtung Umag ab. Voller interessanter Eindrücke kehren wir am Nachmittag zur Unterkunft zurück.
Nach dem Abendessen und einem Spaziergang am Meer verbringen wir den letzten Abend
vor der Heimreise noch einmal in der Hotelbar, begleitet von schöner Lifemusik.
Dann ist Packen angesagt.
Sonntag, 27.09.2026 (Heimreise 1)
Nach einer traumhaften Woche in Kroatien müssen wir „Auf Wiedersehen“ sagen.
Unsere Tourteilnehmer Michael und Regina klinken sich aus, verlängern die Tour
um ein paar Tage und fahren weiter nach Süden u.a. zu den Plitvicer Seen.
Die übrigen 5 Motorräder starten von Umag aus wieder Richtung Südtirol. Bis Sistiana Süd bleiben wir zusammen. Dann fahren Dieter und Dietmar von der RA13 ab um noch einige Pässe unter die Räder zu nehmen. Reiner und Tina, Jochen, Silvia und ich folgen weiter der RA 13 und der A4 Richtung Trento. In Caldenazzo machen wir eine ausgiebige Pause im noblen Restaurante „Al Sole“, bevor wir die Fahrt Richtung Bozen und Meran fortsetzen. In der Zwischenzeit meldet sich Dieter, dessen Motorrad nach einer Pause nicht mehr anspringen will. Nach einiger Wartezeit kommt der Pannendienst und bringt das Motorrad glücklicherweise wieder zum Laufen.
Am Abend treffen wir uns wieder im Hotel „Mei Auszeit“ in Plaus. Wie eine Woche zuvor, werden wir auf der Hotelterrasse mit einem leckeren Aperitif und einem „Gruß des Hauses“ empfangen, bevor im Hotelrestaurant das 4-Gänge-Menü serviert wird.
Montag, 28.09.2026 (Heimreise 2)
Bei immer noch traumhaftem Spätsommerwetter genießen wir unser letztes gemeinsames Frühstück auf der Motorradreise. Um 09.00 Uhr drücken wir die Starter und erwecken unsere Motorräder zum Leben. Von Plaus durch das Vinschgau steuern wir den Reschensee an. Hier gibt es den obligatorischen Fotostopp vor dem legendären Kirchturm im Stausee. Die B180 (Reschenstraße) zwischen Nauders und Pfunds ist wegen Bauarbeiten längerfristig gesperrt, weshalb wir eine Umleitung über die Schweiz nehmen. Nach Landeck steuern wir über den Arlbergpass und weiter auf die Bregenzerwaldstraße B200. Dann fahren wir auf dem mautfreien Streckenabschnitt über die A14 durch den Pfändertunnel bis zur Raststation Bodensee in Vorarlberg in Österreich.
Hier heißt es noch mal voll tanken, bevor wir die Grenze nach Deutschland überqueren.
Anschließend touren wir am Bodensee entlang Richtung Friedrichshafen.
Reiner, Tina und Jochen legen noch mal eine Zwischenübernachtung ein, da sie den längsten Rückweg nach Hause haben; während sich der Rest der Gruppe auf den Heimweg macht.
Alle Tourteilnehmer sind wohlbehalten und voller schöner Erlebnisse zuhause angekommen.
Die Kroatien/Istrien-Reise war ein wunderbarer Abschluss der Motorradsaison 2026.
Bedanken möchten wir uns bei Oscar-Reisen für die professionelle Unterstützung bei der Hotelsuche und Buchung. Insbesondere der konstruktive und freundschaftliche Austausch
mit unserer kompetenten Ansprechpartnerin Frau Wünsch ist hervorzuheben.
Ein Dankeschön an das Team im Wohlfühlhotel „Mei Auszeit“ in Plaus,
für den sehr angenehmen Aufenthalt bei unseren Zwischenübernachtungen.
Vielen Dank auch an das gesamte Team im Hotel Umag Plava Laguna,
das für einen unvergesslichen Motorrad-Urlaub in Istrien gesorgt hat. Es hat alles gepasst.
Besonderen Dank an Marko Bakal an der Rezeption, der uns mit Rat und Tat unterstützte.
Bericht: Roland Herr