Mit 9 Motorrädern und 1 Begleit-Pkw starten 14 IPA-Freunde in die Motorradsaison 2026.
Zielgebiet ist das Sauerland mit Rothaargebirge und Ederbergland.
Tag 1
Donnerstag, 16.04.2026
Treffpunkt ist um 08.30 Uhr im Bildungshaus St. Bernhard in Rastatt.
Beim gemeinsamen Frühstück besprechen wir die Anfahrtstrecke in Richtung Sauerland.
Um 09.30 Uhr starten die Motoren. Vom St. Bernhard aus zirkeln die Motorräder durch Rastatt über
Ottersdorf nach Winterdorf. Hier überqueren wir die Rheinbrücke nach Frankreich.
Die Rheinbrücke Wintersdorf ist eine ehemalige Eisenbahnbrücke, die zwischen dem Rastatter
Stadtteil Wintersdorf und dem elsässischen Ort Beinheim den Rhein und damit die Grenze zwischen
Deutschland und Frankreich überquert.
Auf der französischen Seite rollen wir auf der A35 Richtung Norden. Bei Scheibenhard dann über die
französisch-deutsche Grenze nach Rheinland-Pfalz. Von hier geht es mit lockerer Gashand auf der
A65 bis Neustadt an der Weinstraße. Hier verlassen wir die Autobahn und brummen über
verkehrsarme Land- und Kreisstraßen Richtung Kaiserslautern. Vorbei an Rockenhausen, Bad
Sobernheim und Rheinböllen erreichen wir St. Goar. Mit der Fähre Loreley überqueren wir erneut den
Rhein. Die Binnenfähre quert den Rhein bei Stromkilometer 556 und verbindet die beiden
Schwesterstädte Sankt Goar und Sankt Goarshausen. Zielstrebig steuern wir auf Bundes- Land- und
Kreisstraßen auf unser Zielgebiet im Sauerland zu. Das Sauerland ist eine Mittelgebirgsregion in
Westfalen. Es umfasst im Wesentlichen den nordöstlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges.
Aufgrund diverser Baustellen und Umleitungen geht es langsamer voran als geplant.
Dennoch ist der eine oder andere technische Halt für Mensch und Maschine unerlässlich.
Gegen 19.00 Uhr erreichen wir unser „Tourenfahrer-Hotel“ den Landgasthof „Haus zur Sonne“
in Hallenberg-Hesborn. Die Entscheidung für das „Haus zur Sonne“ stellt sich als echter Glücksgriff
heraus. Da die Wintersaison erst eine Woche vor unserer Ankunft endete und die Bikersaison noch
nicht begonnen hat, sind wir die erste Motorradgruppe in diesem Jahr. Der große befestigte Parkplatz
direkt am Hotel und eine Doppelgarage für bis zu 8 große Motorräder stehen uns exklusiv zur
Verfügung. Trotz unserer Verspätung werden wir vom Hotelteam super freundlich und entspannt
empfangen. Nach gemütlichem Bezug der Zimmer erwartet uns ein reichhaltiges Abend-Buffet im
Rahmen unserer Halbpension. Danach klingt der Abend mit spannenden Benzingesprächen und ein
paar Bierchen aus. Simone „Mörchen“ im Service sorgt für flüssigen Nachschub.
Tag 2
Freitag, 17.04.2026
Um 08.00 Uhr wartet das Frühstücks-Buffet auf uns: Kaffee, Tee, Säfte, Brot, Brötchen, Wurst, Käse,
Eier, Joghurt, Müsli, Marmelade, Nutella, .… alles da. So gestärkt schwingen wir uns auf unsere
Motorräder und unser Begleit-Fahrer Wolfram in seinen Audi A6 Quattro. Nach flotter Kurvenhatz
erreichen wir unser erstes Ziel. Den Edersee. Der Edersee, technisch korrekt als Edertalsperre
bezeichnet, gehört zu den größten Talsperren in Deutschland. Namensgeber ist der Fuldazufluss Eder,
der aus dem Rothaargebirge von Westen kommend den Stausee im nordhessischen Bergland bei
Korbach füllt. Der Bau der Staumauer war das letzte große Bauvorhaben der Kaiserzeit. Als
besonderer Anziehungspunkt für den Tourismus ist sie heute eine wichtige Einnahmequelle der
umliegenden Gemeinden. Im Mittelpunkt steht die 48 m hohe und unter Denkmalschutz stehende
Staumauer mit den beiden historischen Tortürmen und den zwei Kraftwerksgebäuden am Mauerfuß.
Nach einer erholsamen Pause am See zwischen Riesenrad, Wasserspielen, Besucherzentrum und
einem leckeren Eis drücken wir wieder die Starter und erwecken unsere Motorräder zum Leben. In
langsamer Fahrt genießen wir noch letzte Blicke auf den Edersee, bevor wir auf die L3215 abbiegen.
Zuvor kommen wir noch am bekannten Bikertreffpunkt „Zündstoff“ vorbei. Das „Zündstoff“ ist eine
„Western-Stadt“ mit Bikertreff, Restaurant und Hotel und zählt zu den größten Biker-Treffs in
Deutschland. Unser nächstes Ziel ist der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel, das wir nach einigen
flüssigen Kurvenkombinationen auf schwarzem Asphaltband erreichen. Hier erwartet uns Herkules.
Das Herkules-Monument ist eines der ältesten Bauwerke im Bergpark Wilhelmshöhe und gilt heute
als Wahrzeichen der Stadt Kassel. Der Herkules ist eine im frühen 18. Jahrhundert entstandene
Kupferstatue des griechischen Halbgottes Herakles. Das gesamte Monument ist 70 Meter hoch und
besteht aus drei Teilen. Im unteren, felsartigen Grottenbau starten die Wasserspiele. Von der
Aussichtsplattform hat man einen sensationellen Ausblick auf den Bergpark, über Kassel und die
weitere Umgebung. Über der Plattform steht eine Pyramide mit der Herkules-Statue. Seit 2013 zählt
der Park mit den historischen Wasserkünsten zu den UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten. Nach dem
Besuch des Monuments auf Schusters Rappen besteigen wir wieder unsere motorisierten Pferde und
umrunden im entspannten Kurvenritt den beeindruckenden Bergpark Wilhelmshöhe. Die folgenden
Strecken zeichnen sich durch einen ständigen Wechsel zwischen engen Kehren und weiten Bögen aus.
Wahrlich ein Motorrad-Eldorado. Für die Mittagspause steuern wir den Twistesee an. Hier gibt es
einen Campingplatz und entsprechendes Gastronomieangebot. Während die einen Kaffee und Kuchen
bestellen, bevorzugen die anderen lieber eine Currywurst und ein alkoholfreies Weizenbier. So
gestärkt steht einer Tourfortsetzung nichts mehr im Weg. Über kurvige Kreis- und Nebenstraßen
schwingen wir uns durch das landschaftlich schöne Sauerland wieder in Richtung Hesborn zu
unserem Basishotel. Am Abend hat uns Kai mit seinem Team wieder ein abwechslungsreiches
leckeres Buffet gezaubert. „Mörchen“ sorgt dafür, dass niemand verdurstet. Bei der anschließenden
Runde Kräuterschnaps aufs Haus ist die beste Zeit, um miteinander anzustoßen und die
„Heldengeschichten“ des Tages auszutauschen.
Tag 3
Samstag, 18.04.2026
Heute ist Kai, der Chef des Hauses, unser Tourguide. Auf seiner R1200RT zeigt er uns einige seiner
Lieblingsstrecken und Bikertreffs. Mit der 110 PS starken BMW zieht er uns über anspruchsvolle
Steilstrecken, lange Geraden, durch liebliche Täler und dichte Wälder. Nach einem knackigen
Kurven- und Kehrenlabyrinth setzt er seinen Blinker und macht mit uns einen Abstecher zum Rhein-
Weser-Turm. Der Rhein-Weser-Turm ist der schönste Aussichtsturm des Sauerlandes, auf knapp 704
m Höhe auf dem Kamm des Rothaargebirges. Vorbei am Rhein-Weser-Turm und damit über den
Westerberg verläuft die Rhein-Weser-Wasserscheide. Hier sind wir nicht die einzigen Biker. Nach
einer kurzen Pause sind wir wieder flott auf der L553 unterwegs. Kai gibt seiner BMW die Sporen
und schon bald erreichen wir den Biggesee. Die Biggetalsperre gehört zu den größten Talsperren in
Deutschland und ist dem Stauvolumen nach die zweitgrößte in Nordrhein-Westfalen. Der See ist einer
der am schönsten gelegenen künstlichen Seen in Nordrhein-Westfalen. Ein besonderer und beliebter
Treffpunkt ist der Bigge-Grill. Die Grill-Station ist unter den zahlreichen Motorradtreffs im Sauerland
eine echte Institution und schon seit Jahrzehnten eine bewährte Anlaufstelle zur Nahrungsaufnahme.
Auch an diesem sonnigen Tag ist der Parkplatz voll mit Motorrädern und einigen PKW. Trotz großem
Besucher-Andrang hat das Bigge-Grill-Team die Situation fest im Griff. Bereits nach wenigen
Minuten hat jeder Gast seinen Grill-Teller in der Hand. Auf dem Rückweg passieren wir das Skigebiet
rund um Winterberg. Die Stadt Winterberg liegt im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen und
gehört zum Hochsauerlandkreis. International bekannt ist Winterberg als Austragungsort von
Weltcuprennen des Bob- und Rennrodelsports sowie als Wintersportort. Im weiteren Tourverlauf
bringt uns Kai über kleine aber gut ausgebaute Motorradstrecken zurück zu unserem „Sonne“-
Basislager. Ein herrlicher Tag und traumhafte Routen liegt hinter uns. Danke Kai.
Jetzt ein kühles Pils an der Theke und anschließend eine heiße Dusche. So erholt treffen wir uns in
legerem Outfit zum Abendessen im Hotelrestaurant. Kai und sein Team hat wieder ein tolles
Abendbuffet aufgebaut. Gut gestärkt lassen wir den Abend an der Bar ausklingen. Tolle Tanzmusik
lädt uns noch zum Disco-Fox ein. Mit genügend Bettschwere und vielen schönen Erlebnissen fallen
wir kurz nach Mitternacht todmüde ins Bett.
Tag 4
Sonntag, 19.04.2026
Um 07.00 Uhr klingelt der Wecker und erinnert uns daran, dass wir heute die Heimfahrt antreten
müssen. Zuerst treffen wir uns aber zum Frühstück. Erst danach heißt es packen, Zimmer räumen und
die Schlüssel abgeben. Bevor die Motoren starten, verabschieden wir uns von Mario Guntermann,
dem Bruder von Kai. Da es bis in die frühen Morgenstunden stark geregnet hat und am Himmel
immer noch dicke Wolken hängen, entschließen wir uns die Regenklamotten anzuziehen. Dann geht’s
los. Aufgrund nasser und teils stark verschmutzter Straßen, lassen wir es vorsichtig angehen. Von
Hesborn aus nehmen wir Kurs Richtung Süden. Über Hallenberg, Allendorf und Biedenkopf zieht es
die Motorräder immer weiter in Richtung Gießen. Unterwegs legen wir noch den notwendigen
Tankstopp ein. Inzwischen kämpft sich die Sonne hervor was die Regenbekleidung überflüssig macht.
Schon bald erreichen wir den Autohof Gießen-Lützellinden, direkt an der A45 Richtung Frankfurt.
Hier ist die letzte Pause bevor wir uns verabschieden. Jetzt wählt jeder seinen bevorzugten Heimweg,
entweder über kurvige Landstraßen oder die schnurgerade Autobahn. Gegen 18.00 Uhr meldet das
Handy, dass alle Tourteilnehmer wohlbehalten zuhause angekommen sind.
Einen besonderen Dank möchten wir der Familie Guntermann und dem fleißigen Team aussprechen.
Dank euch hatten wir wunderschöne Tage im Sauerland und in eurem „Haus zur Sonne“.
Bis bald.
Bericht: Roland Herr