Auf zwei Rädern über die Alpen bis ans Mittelmeer – 3.500 Kilometer voller Eindrücke
IPA-Motorradtour durch Frankreich vom 31. August bis 12. September 2026
13 Tage, rund 3.500 Kilometer, unzählige Kurven und beeindruckende Landschaften: Für unsere IPA-Motorradfreunde Peter Niederhausen und Theo ging es Ende August auf eine außergewöhnliche Tour. Ihr Ziel: die legendäre „Route des Grandes Alpes“, eine der schönsten Motorradstrecken Europas, die sie über die französischen Alpen bis ans Mittelmeer führen sollte.
Von Herten in die französischen Alpen
Am 31. August starteten die beiden Motorradfahrer ihre Reise in Herten. Die erste Tagesetappe führte über rund 450 Kilometer in den Schwarzwald, wo in einer gemütlichen Bikerunterkunft die erste Übernachtung anstand. Nach einer erholsamen Nacht ging es am nächsten Morgen weiter in Richtung Genfer See.
Bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad empfing die beiden eine beeindruckende Alpenkulisse. Doch schon zu Beginn der eigentlichen Bergtour wartete die erste Herausforderung: Peters Navigationsgerät verweigerte plötzlich den Zugriff auf sämtliche zuvor sorgfältig ausgearbeiteten Routen.
Was nun? Improvisation war gefragt! Mit handschriftlichen Streckennotizen im Tankrucksack, einzelnen Zwischenzielen im Navi und einer gehörigen Portion Orientierungssinn übernahm Theo kurzerhand einen Teil der Navigation. Die Zusammenarbeit funktionierte so gut, dass beide dieses Verfahren bis zum Ende der Reise beibehielten.
Kurven, Pässe und atemberaubende Aussichten
Jetzt begann der landschaftlich wohl eindrucksvollste Teil der Tour. Über La Plagne und Briançon führte die Strecke auf schmalen, kurvenreichen Straßen immer tiefer in die französischen Alpen.
Berühmte Alpenpässe wie der Col des Aravis, der Col d’Izoard, der Col des Vars und der rund 2.800 Meter hohe Col de la Bonette standen auf dem Programm. Immer wieder eröffneten sich spektakuläre Ausblicke auf schroffe Bergmassive, tiefe Täler und faszinierende Naturlandschaften.
Dabei waren Tagesetappen von gerade einmal 180 bis 220 Kilometern keineswegs kurze Ausflüge. Die anspruchsvollen Bergstraßen, unzähligen Serpentinen und teilweise extreme Hitze verlangten den beiden Fahrern einiges ab. Bis zu acht Stunden waren sie an manchen Tagen unterwegs.
Natürlich durfte nach einer solchen Etappe auch das wohlverdiente Feierabendbier nicht fehlen. Dass eine 0,75-Liter-Flasche in einer Unterkunft stolze zehn Euro und ein halber Liter im Bistro acht Euro kosten konnte, sorgte allerdings für ungläubiges Staunen. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch.
Abenteuer abseits der Straße
Nicht nur die Alpenpässe hielten Überraschungen bereit. Auf dem Weg zu einer abgelegenen Unterkunft bei Estenc standen Peter und Theo plötzlich vor einer steilen, schwer einsehbaren Schotterpiste, die mitten in den Wald führte.
Nach einer vorsichtigen Erkundung zu Fuß wagten sie schließlich die Abfahrt. Am Ende des Weges wartete tatsächlich ihre Unterkunft – einschließlich eines kleinen Abenteuers durch die Gartenanlage, bei dem sogar ein eigens angelegter Hühnertunnel überquert werden musste.
Belohnt wurden die beiden mit herzlicher Gastfreundschaft, einem hervorragenden Abendessen und einem fantastischen Blick auf Berge und Wälder. Lediglich die Rückfahrt über die steile Schotterpiste verlangte am nächsten Morgen noch einmal höchste Konzentration.
Nachdenkliche Momente gab es ebenfalls. In der Region um Saint-Martin-Vésubie waren noch immer die erschütternden Folgen einer schweren Naturkatastrophe sichtbar. Teilweise ragten lediglich die Dächer zerstörter Häuser aus den Geröllmassen. Eindrücke, die den beiden Reisenden besonders im Gedächtnis blieben.
Vom Hochgebirge an die Côte d’Azur
Ein weiterer Höhepunkt war die Fahrt über den Col de Turini in Richtung Mittelmeer. Unterwegs begegneten Peter und Theo einer Porsche-Veranstaltung mit historischen Fahrzeugen und modernen Sportwagen. Während die Oldtimer durchaus sehenswert waren, sorgte die teilweise riskante Fahrweise anderer Teilnehmer für weniger Begeisterung.
Über Menton erreichten die Motorradfahrer schließlich Monaco. Hier wurden die Maschinen abgestellt, um den berühmten Hafen und Teile der Formel-1-Strecke zu Fuß zu erkunden.
Anschließend führte die Reise über die landschaftlich reizvolle Grande Corniche, bekannt unter anderem aus dem James-Bond-Film „GoldenEye“, sowie Nizza weiter nach Castellane.
Der charmante Ort wurde für zwei Nächte zum Ausgangspunkt weiterer Erkundungen. Besonders die Fahrt durch die Verdonschlucht, den Grand Canyon du Verdon, hinterließ bleibende Eindrücke. Gewaltige Felswände, spektakuläre Aussichten und türkisblaues Wasser machten diese Etappe zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Ein zwischenzeitlicher Magen-Darm-Infekt konnte die Begeisterung zwar etwas bremsen, die beiden aber nicht dauerhaft von ihren Motorrädern fernhalten.
Über die Alpen zurück in die Heimat
Nach den eindrucksvollen Tagen im Süden führte die Rückreise über Corps und Chambéry wieder Richtung Norden. Dabei zeigte sich das Wetter zunehmend von seiner ungemütlichen Seite.
Besonders die Überquerung des Col du Glandon entwickelte sich bei dichtem Nebel, schlechter Sicht und Baustellen zu einer echten Herausforderung. Umso größer war die Erleichterung, als die beiden Chambéry schließlich bei freundlichem Sonnenschein erreichten.
Über die Schweiz und den Schwarzwald ging es anschließend zurück nach Deutschland. Auch auf den letzten Etappen waren noch einmal Geduld und Improvisation gefragt, denn Baustellen und Staus erschwerten die Heimreise.
Am 12. September endete nach rund 3.500 Kilometern eine Reise voller großartiger Eindrücke, anspruchsvoller Straßen und gemeinsamer Erlebnisse.
Das Fazit: Eine Tour, die in Erinnerung bleibt
Zwei Motorradfahrer, 13 Tage unterwegs, unzählige Kurven und eine Landschaft, die abwechslungsreicher kaum sein könnte. Neben den spektakulären Alpenpässen und beeindruckenden Naturerlebnissen war es vor allem das unkomplizierte Miteinander, das diese Reise auszeichnete.
Auch die Reisekasse blieb im Rahmen: Mit Gesamtausgaben von weniger als 2.000 Euro pro Person, einschließlich Unterkunft, Kraftstoff und Verpflegung, war das Abenteuer durchaus erschwinglich. Lediglich die Ausgaben für Bier und Wein wurden vorsichtshalber nicht im Detail nachgehalten.
Peter bringt es in seinem Tourenbericht treffend auf den Punkt:
„Es hat gut gepasst, wir konnten Probleme gut gemeinsam lösen und hatten eine gute Zeit mit vielen Bergen, Kurven und einer unvergleichlich schönen Landschaft. Gerne wieder!“
Wir bedanken uns bei Peter für den ausführlichen Reisebericht und freuen uns schon auf die nächsten Abenteuer unserer IPA-Motorradfreunde!