International Police Association – Deutschland

Mitglieder der IPA Rosenheim mit IPA Travel nach New York   

„Im Rahmen unserer USA-Reise ergab sich im Mai 2026 über die IPA eine außergewöhnliche Möglichkeit, hinter die Kulissen mehrerer Spezialeinheiten des New York Police Department (NYPD) zu blicken.

Der erste Kontakt entstand über die IPA Verbindungsstelle Rosenheim sowie die IPA Deutschland. Von dort wurde unser Anliegen via IPA Travel an die IPA USA weitergeleitet. Über mehrere Stationen wurden wir schließlich an Brian Sweeney von der IPA New York vermittelt, der uns mit großem Engagement unterstützte und den Kontakt zu Juan Perez herstellte. Juan Perez, ehemaliger Präsident der IPA NYC, organisierte schließlich unseren Besuch in New York und begleitete uns persönlich durch den gesamten Tag. Gemeinsam mit zwei Kollegen der Harbour Unit Rotterdam trafen wir uns zunächst in Queens und fuhren anschließend zur Harbour Unit des NYPD.

Besuch der NYPD Harbour Unit

Dort erhielten wir zunächst eine Einweisung in die Führungs- und Einsatzmittel der Einheit sowie in deren organisatorische Struktur und Zuständigkeiten. Die Harbour Unit ist unter anderem für Einsätze auf dem Hudson River, dem East River sowie im gesamten Hafen- und Küstenbereich rund um New York zuständig. Dazu zählen Wassernotfälle, Rettungseinsätze, Unterstützung anderer Einheiten sowie sicherheitsrelevante Lagen im maritimen Umfeld.

Im Anschluss gingen wir selbst an Bord und fuhren mit einem Einsatzboot auf den East River hinaus. Während dieser „Streifenfahrt“ erhielten wir einen sehr interessanten Einblick in das Einsatzgebiet, die täglichen Herausforderungen der Kollegen sowie die Zusammenarbeit mit anderen Behörden wie FDNY oder Coast Guard. Besonders beeindruckend war die Professionalität und Offenheit der Kollegen. Trotz des alltäglichen Großstadteinsatzes nahmen sie sich viel Zeit, um uns ihre Arbeit ausführlich zu erklären und Fragen zu beantworten.

Besuch der NYPD Aviation Unit

Nach dem Besuch der Harbour Unit brachte uns Juan Perez weiter nach Brooklyn zum Floyd Bennett Field, dem Sitz der NYPD Aviation Unit. Bereits bei unserer Ankunft kehrte gerade ein Hubschrauber von einer Übung mit den Scuba Divers zurück, sodass wir unmittelbar einen Eindruck vom Einsatzbetrieb nebst Nachbereitung gewinnen konnten. Im weiteren Verlauf erhielten wir einen umfassenden Einblick in die komplette Flotte, die technische Ausstattung sowie die organisatorische und operative Struktur der Aviation Unit. Besonders interessant waren für uns die Gespräche über flugbetriebliche Abläufe, Einsatzkonzepte, Zuständigkeiten sowie die besonderen Herausforderungen des urbanen Flugbetriebs im Großraum New York.

Die Aufgaben der Einheit unterscheiden sich teilweise deutlich von denen europäischer Polizeifliegerstaffeln. Neben klassischen polizeilichen Aufgaben wie Verfolgungen aus der Luft, Lageaufklärung und Überwachungsmaßnahmen spielt insbesondere die Unterstützung von Spezialeinheiten und Bodeneinheiten sowie die Koordination größerer Einsatzlagen eine zentrale Rolle. Gleichzeitig operieren die Crews täglich in einem hochverdichteten urbanen Umfeld mit äußerst komplexem Luftraum.

Für uns als Hubschrauberpiloten der Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim waren diese Einblicke fachlich äußerst spannend und boten viele interessante Vergleichsmöglichkeiten zum eigenen Flugbetrieb in Deutschland.

Überraschender Besuch beim Emergency Service Unit (ESU)

Ein weiteres Highlight des Tages ergab sich anschließend völlig unerwartet: Juan Perez organisierte erfreulicherweise noch einen Besuch bei der Emergency Service Unit (ESU) des NYPD. Die ESU ist eine hochspezialisierte Einheit des NYPD und übernimmt unter anderem technische Rettungen, Einsätze mit bewaffneten Tätern, Höhen- und Tiefenrettung, Spezialeinsätze, Zugriffslagen sowie zahlreiche weitere Sonderaufgaben. Die Einheit vereint dabei Fähigkeiten, die in Deutschland oftmals auf mehrere Organisationen verteilt wären. Ein äußerst motivierter und engagierter Kollege nahm sich viel Zeit, uns die unterschiedlichen Einsatzfahrzeuge, Spezialausstattungen sowie taktischen Konzepte der Einheit vorzustellen. Besonders beeindruckend war die enorme Bandbreite der Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten dieser Kollegen. Von technischen Rettungen über taktische Zugriffe bis hin zu Speziallagen deckt die ESU ein außergewöhnlich breites Einsatzspektrum ab.

Neben der fachlichen Seite blieb vor allem die außergewöhnliche Gastfreundschaft und Offenheit aller beteiligten Kollegen in Erinnerung.

Abschluss des Tages

Zum Abschluss brachte uns Juan Perez noch zu einem Aussichtspunkt an der Brooklyn Waterfront mit beeindruckendem Blick auf die Skyline von Manhattan. Dort entstanden noch einige gemeinsame Erinnerungsfotos, bevor wir wieder in das New Yorker Stadtleben eintauchten.

Fazit

Der gesamte Tag war für uns eine außergewöhnliche und äußerst beeindruckende Erfahrung. Durch die IPA entstanden Kontakte und Möglichkeiten, die für normale Besucher kaum zugänglich gewesen wären. Unser besonderer Dank gilt der IPA Rosenheim, der IPA Deutschland, Brian Sweeney sowie insbesondere Juan Perez für die hervorragende Organisation, die große Gastfreundschaft und die Möglichkeit, diese spannenden Einblicke in die Arbeit des NYPD zu erhalten.

Die Reise hat einmal mehr gezeigt, welchen besonderen Wert der internationale Austausch innerhalb der IPA besitzt und wie unkompliziert Kollegialität über Ländergrenzen hinweg funktionieren kann.“