Was passiert, wenn man einen Haufen schießbegeisterter Menschen, ziemlich hochwertiges Equipment und ein Team mit ordentlich Erfahrung auf einen Schießstand stellt?
Richtig: Es wird geschossen.
Aber beim CPC Range Day ging es um deutlich mehr als darum, möglichst viele Waffen auszuprobieren. Rund 160 Anmeldungen gab es für den Tag und entsprechend war auf dem Gelände einiges los. Zwischen Schießbahn, Essen Getränken und jeder Menge Gesprächen entstand eine ziemlich entspannte Atmosphäre. Hier trafen ganz unterschiedliche Menschen mit einem gemeinsamen Interesse aufeinander: Behördenangehörige, Jäger, Sportschützen und ehemalige Spezialkräfte mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen.
Wer steckt eigentlich dahinter?
Hinter dem Range Day stehen Christopher Wagner, Inhaber der CPC GmbH, und sein Team. Christopher Wagner startete 2004 seine berufliche Laufbahn im Kommando Spezialkräfte (KSK), welches das Fundament für seinen weiteren Werdegang schuf. Er verließ die Bundeswehr im Jahr 2024 und gründete zwei Jahre zuvor die CPC GmbH. CPC Shooting steht für professionelle Schießausbildung und verbindet Erfahrungen aus dem professionellen Bereich und dem Wettkampfbereich.
Mit dabei war außerdem Philipp Wamser, erneuter Gewinner der Tactical Games. Beim Range Day gab er gemeinsam mit weiteren Ausbildern kurze, praxisorientierte Trainingseinheiten, bei denen es unter anderem um Griff, Haltung und Abzugsverhalten ging.

Ursprünglich geplant war zudem Moritz Krautscheid. Für alle, die ihn nicht kennen: Er ist der Gründer von „Lowready Magazine“ und versucht jungen Menschen aus ganz Europa eine zeitgemäße, vielseitige und verantwortungsbewusste Waffenkultur zu vermitteln. Leider war er an diesem Tag verhindert.
Erst mal ausprobieren
Ich kam gegen 12 Uhr an und war erst mal damit beschäftigt, mir einen Überblick zu verschaffen. Begrüßung hier, kurzer Austausch da und dann natürlich die wichtigste Frage: Wo geht’s zur Schießbahn? Auf der 7-Meter-Bahn standen unter anderem Glock 19 und Walther PDP bereit. Auf 25 beziehungsweise 50 Metern ging es dann mit verschiedenen B&T-Systemen und der Walther RS3 weiter. Ich konnte unter anderem die B&T APC308 Pro, die APC223 Pro, die GHM9, die SPC9, die APC9 und die Walther RS3 ausprobieren. Und spätestens da wurde klar: Das wird kein langweiliger Nachmittag.
Mein persönliches Highlight war allerdings gar nicht eines der großen Systeme, sondern der direkte Vergleich zwischen Glock 19 und Walther PDP. Bisher war ich eher Team Glock. Die PDP hat mich jedoch ziemlich überzeugt und damit einen neuen ersten Platz auf meiner persönlichen Favoritenliste bekommen. Der Grund ist eindeutig der Dynamic Performance Trigger. Der Abzug verzeiht dabei auch kleinere Fehler beim Abzugsverhalten.






Und dann kam mein persönlicher Showdown Am Nachmittag ging es für mich in den Crashkurs mit Philipp Wamser. Und hier wurde es dann tatsächlich noch cooler. Ich wusste vorher schon ziemlich genau, wo meine eigenen Baustellen liegen und wollte deshalb vor allem wissen, was ein erfahrener Blick von außen dazu sagt. Die erste Rückmeldung war schon mal beruhigend: Das Trefferbild passt. Okay, cool. Das Ego durfte weiterleben.
Danach ging es an die Details und Fehlerkorrektur. Es wurde dabei sogar gelacht, gleichzeitig war aber klar: Hier geht es trotzdem um ein vernünftiges und konzentriertes Training. Es ging darum, besser zu werden.
Was bringt das eigentlich für den Polizeidienst?
Wir lernen das Schießen im Rahmen unseres Studiums beziehungsweise unserer Ausbildung. Das gehört dazu und bildet die solide Grundlage. „Übung ist alles. Ist wie beim Sport“, meinte Philipp, nachdem er mich nach meinen Schießstunden im Jahr gefragt hat. Seine Antwort beschreibt es eigentlich perfekt. Fähigkeiten müssen erhalten und weiterentwickelt werden. Auch beim Schießen. Denn die Schusswaffe gehört zu unserer Standardausrüstung und wir müssen im Fall der Fälle mit ihr umgehen können. Und für mich persönlich gehört dazu auch die Frage, ob ich wirklich alles getan habe, um bestmöglich vorbereitet zu sein. Nicht erst
hinterher. Dann hilft einem die Erkenntnis „Das hätte ich besser machen können“ leider nicht mehr besonders viel.
Und was hat die IPA damit zu tun?
Mehr, als man vielleicht zunächst denkt. Die IPA steht für Austausch und Vernetzung von Polizeibeamtinnen und
Polizeibeamten. Natürlich gehören dazu Sportveranstaltungen, gemeinsame Aktivitäten, kulturelle Veranstaltungen und vieles mehr. Aber warum sollte man nicht auch einmal andere Plattformen nutzen? Gerade als Vertreterin der jüngeren Mitglieder finde ich es spannend, Veranstaltungen mitzunehmen, die nicht auf den ersten Blick nach einer klassischen IPA-Veranstaltung aussehen, aber trotzdem einen klaren Bezug zu unserem Beruf haben. Und genau das war beim CPC Range Day der Fall.
Was ich dabei besonders interessant fand: Die meisten Teilnehmer kannten die IPA überhaupt nicht. Also wurde kurzerhand erklärt, wer dahintersteckt und wofür sie steht. Und plötzlich war da nicht mehr nur das Thema Schießen, sondern auch ein Gespräch über Vernetzung, Kontakte und vor allem die Möglichkeit, verschiedene
Behördenangehörige über die eigenen Grenzen hinweg miteinander zu verbinden.
Wenn jemand nach dem Lesen des Artikels denkt: Das möchte ich auch einmal ausprobieren, und dabei seine Begeisterung für den Schießsport entdeckt oder einfach Lust bekommt, die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, dann habe ich für mich schon ziemlich viel erreicht.
Das Fazit
Der CPC Range Day war deshalb mehr als ein Nachmittag auf dem Schießstand. Es ging um neue Waffen, ja. Um Training, definitiv. Aber vor allem um Menschen, unterschiedliche Erfahrungen und die Möglichkeit, voneinander zu lernen. Ich habe an mir gearbeitet, neue Impulse mitgenommen, coole Menschen kennengelernt und nebenbei meine bisherige Glock-PDP-Meinung über den Haufen geworfen.
Schlusswort von Christopher Wagner
Mein Dank gilt allen, die da waren. Ganz besonders den Polizistinnen und Polizisten. Ihr tragt die Waffe nicht aus Freude am Schießen. Ihr tragt sie, weil euer Auftrag es verlangt. Dafür habt ihr meinen Respekt. Franzi hat die Frage gestellt, ob man wirklich alles getan hat, um bestmöglich vorbereitet zu sein. Ich stelle sie nicht als Kritik. Sie begleitet mich selbst seit Jahren. Beim KSK habe ich gelernt, dass Vorbereitung nie fertig ist. Im zivilen Bereich der Waffenträger sehe ich das heute noch deutlicher. Alles ist schneller, flexibler, weniger planbar. Bestmöglich vorbereitet bleibt nur, wer sich ständig neu ausrichtet.
Das schafft niemand allein. Es braucht Vernetzung über die eigenen Grenzen hinweg und den Blick auf das, was heute möglich ist. Genau dafür steht der Range Day. Der nächste Range Day kommt. Ich hoffe, ihr auch.
In diesem Sinne…
Servo per Amikeco
Franzi, Beisitzerin für junge Mitglieder der Landesgruppe Baden-Württemberg